Stockmeyer wehrt sich gegen „Windbeutel“
In die Kritik der Verbraucherorganisation Foodwatch sind die Mini-Würstchen aus dem Hause Stockmeyer gekommen. Das Füchtorfer Unternehmen kann dies nicht nachvollziehen.

Das Unternehmen wehrt sich allerdings gegen die Nominierung für diesen „Preis“. Foodwatch verleiht den „Goldenen Windbeutel“ in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Die Wahl läuft ab sofort im Internet unter www.abgespeist.de.

Die „Ferdi Fuchs“-Würstchen sind einer von fünf Kandidaten. Stockmeyer bewerbe sie, so Foodwatch, als „täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung“, der angeblich „stärkere Knochen und Zähne“, das „Zellwachstum“ und einen „reibungslosen Stoffwechsel“ fördern solle. Tatsächlich falle „Ferdi Fuchs“ vor allem durch einen hohen Salzgehalt von zwei Gramm pro 100 Gramm Wurst auf, der bei der Nährwert-Ampel mit einem roten Farbfeld gekennzeichnet werden müsste.

 „Kinder essen ohnehin schon zu viel Salz. Den Eltern ein so salziges Produkt als täglichen Beitrag zur gesunden Ernährung zu verkaufen ist ein Etikettenschwindel – ehrlicher wäre es, von einem täglichen Beitrag zu späterem Bluthochdruck zu reden“, kritisiert Anne Markwardt, Leiterin der Foodwatch-Kampagne.

Die Firma Stockmeyer sieht die Sachlage anders: „Wir halten die Nominierung unseres Produkts für diesen Preis nicht für gerechtfertigt und können sie auch nicht nachvollziehen. Die empfohlene Tagesmenge für Heranwachsende liegt bei 3,8 Gramm Kochsalz. Pro Mini-Würstchen nimmt ein Kind 0,4 bis 0,5 Gramm Salz zu sich. Der von Foodwatch angeführte Salzgehalt von zwei Gramm bezieht sich auf 100 Gramm – das sind, je nach Packungsgröße, vier bis fünf Würstchen pro Tag und damit deutlich mehr als die typische Verzehrmenge“, sagt Firmensprecher Christian Horwedel.

Ferdi-Fuchs-Mini-Würstchen leisteten ihren Beitrag zur gesunden Ernährung schon durch den Zusatz von Vitaminen und Calcium, so Horwedel weiter. Der kritisierte Salzgehalt des Produktes liege für Wurstwaren im unteren Verwendungsbereich. Von Erwachsenen würden diese Artikel eher als zu mild empfunden.

Neben „Ferdi Fuchs“ gehen vier weitere Produkte ins Rennen um die „Auszeichnung“ als Werbelüge des Jahres, vom Bonbon über Gurken bis zum Joghurt.

SOCIAL BOOKMARKS