Uhr im Gemälde hat  echtes Laufwerk
Bild: Baumjohann
Ein echtes Schmuckstück und ein Hingucker ist die Bilderrahmen-Uhr, die Restaurator Reinhold Flüthe den Besuchern auf Haus Harkotten zeigen konnte.
Bild: Baumjohann

 „Aus dem kleinsten Pigmentkorn kann man so viel Wissen schaffen“, macht die Restauratorin deutlich, die schon seit vier Jahren auf Haus Harkotten arbeitet. „Ich gehöre zum Inventar“, sagt sie schmunzelnd.

Sie berichtet gerne davon, dass sie auch in der Eingangshalle viele Erkenntnisse gesammelt habe. „Das war ursprünglich eine Marmorhalle“, sagt die Nordkirchenerin. „Die Marmorierungen waren in unterschiedlichen Farben gestaltet.“

Viele Malereien des Rietberger Hofmalers Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher, der auch auf Harkotten aktiv war, seien andernorts zerstört. „Je mehr Dispersionsfarbe wir abtragen, desto mehr Substanz finden wir hier aber“, freut sich Möllenkamp darüber, dass so manche Bartscher-Malerei auf Harkotten mittlerweile wieder zu sehen ist. Detailliert kann die Restauratorin erklären, wie die gefundene Substanz konserviert und möglicherweise auch in Feinarbeit ergänzt werden kann.

Aber nicht nur die Malereien von Bartscher beeindrucken in der Eingangshalle von Harkotten. „Architekt Adolph von Vagedes wollte einen Musentempel schaffen“, sagt Möllenkamp und verweist auf die Lyra über der Eingangstür. Erbaut hat er ein Haus, das seiner Zeit weit voraus war: „Noch die nächste Generation hat es als ‘viel zu modern’ bezeichnet“, weiß Architekt Bernhard Bramlage. Geduldig und mit viel Leidenschaft erläuterten Eva Möllenkamp und viele weitere Restauratoren ihre Arbeit (nicht nur) auf Harkotten und warben für ihre Professionen.

So auch Uhrmachermeister Reinhold Flüthe aus Telgte, der sich darauf spezialisiert hat, alte Uhren wieder zum Leben zu erwecken und in der Kapelle von Harkotten zum Beispiel eine Bilderrahmenuhr zeigte. „Die Kirchturmuhr in diesem Bild ist echt“, erläuterte der Telgter, der bei vielen Projekten mit der Gemälderestauratorin Nicole Paul und der Möbelrestauratorin Sibylle Troost zusammenarbeitet.

 Eine weitere Zusammenarbeit hat sich bei den „Frühlingsträumen“ ergeben. Papierrestaurator Gerrit Depping hatte kurz auch in der Kapelle Station gemacht und fachkundige Blicke auf eine Uhr aus dem Herrenhaus geworfen, deren großes Papierkalendarium in mehrere Stücke zerfallen ist. „Das kriegen wir hin“, ist Depping überzeugt, der sein Handwerk in zweiter Generation betreibt. Dies zur Freude von Hausherrin Myriam von Korff.

Mehr zum Thema in der Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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