Berufung scheitert: höhere Strafe
Ein Wirt aus Ahlen ist mit einer Berufung vor dem Landgericht gescheitert und hat nun eine höhere Strafe aufgebrummt bekommen.

Er lebt in Ahlen und arbeitet in Walstedde.

Für seine Tat war er vom Amtsgericht Ahlen zu insgesamt 1250 Euro Geldstrafe und Führerscheinentzug verurteilt worden. Ziel des Berufungsverfahrens: Freispruch.

Dazu führte der Mann an, der am 7. November 2011 kurz vor 21 Uhr auf der Fahrt von Münster zwischen Albersloh und Drensteinfurt mit seinem Wagen von der Landesstraße 858 abgekommen war, er sei einem Reh ausgewichen und habe in einer Kurve die Kontrolle über das Auto verloren.

Nachdem es sich in einem Feld mehrfach überschlagen hatte, sei er herausgeklettert, habe einen trockenen Gaumen gespürt und diesen mit mehreren tiefen Schlucken aus einer Flasche genetzt, die er noch im Autowrack fand. Dass darin 30-prozentiger Olivenschnapps war, habe er zunächst nicht bemerkt. Dann habe er die Flasche fallen gelassen und diese sei zerbrochen.

Die kaputte Flasche fanden auch die Polizisten, die den Unfall aufnahmen. Sie rochen zudem den Alkohol – und stellten fest, das die Spurenlage auf der Straße nicht zur Version des Angeklagten passte. Es folgte eine Blutprobe. 0,97 Promille habe der Angeklagte im Blut gehabt, rechnete eine Sachverständige in der Verhandlung vor. Die könnten aus dem Nachtrunk stammen oder auch nicht.

Der Verteidiger erklärte in seinem Plädoyer, die Angaben seines Mandanten seien nicht zu widerlegen. Dessen Geschichte vom nachträglichen Schluck aus der Olivenschnapps-Flasche nannte der Staatsanwalt allerdings „wirklich absurd“. Er forderte eine Erhöhung des Strafmaßes.

Dem schloss sich die Kammer mit Hinweis auf die Spurenlage an. Jetzt muss er 1500 Euro Geldstrafe zahlen. Erst in fünf Monaten kann der Gastronom einen neuen Führerschein beantragen.

Pikant: Hätte er von der Berufung abgesehen, wäre bis zur möglichen Ausstellung eines neuen Führerscheins nur noch eine vierwöchige Frist geblieben, so die Richterin im Vorfeld der Verhandlung. Aber darauf ließ sich der Angeklagte nicht ein.

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