Bürger machen gegen Lkw-Verkehr mobil
Besprachen bei der Übergabe der Unterschriften die schwierige Verkehrssituation in Albersloh: (v. l.) Ralf Holtstiege und Edda Brennecke (Straßenverkehrsbehörde des Kreises), Polizeidirektorin Katja Kruse, Kreisordnungsdezernentin Petra Schreier und Landrat Dr. Olaf Gericke sowie Willi Berheide, Hubertus Gärtner und Tobias Malsbender von der Aktion  Stoppt den Lkw-Verkehr in Albersloh .

Im Ortskern komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn sich Lkw an Engstellen im Zuge der Ortsdurchfahrt begegneten, so die Albersloher. Nicht nur für Kinder und ältere Menschen sei das unzumutbar. Nur eine Sperrung für den Durchgangsverkehr könne Abhilfe schaffen. Dr. Gericke zeigte Verständnis für die Initiative.

Landrat verspricht neue Zählungen

 „Ich finde es gut, dass Sie sich für mehr Sicherheit in Albersloh einsetzen. Die Zahl der Unterschriften, die Sie gesammelt haben, ist beeindruckend. Sie zeigt, dass den Bürgern ihr Ort am Herzen liegt.“ Der Landrat versprach eine gemeinsame Prüfung mit allen zuständigen Behörden, ob und unter welchen Umständen eine Sperrung für Lkw möglich sei.

Zudem kündigte er an, dass der Kreis zunächst die Situation intensiv betrachten wolle. „Dazu werden wir eine Verkehrserhebung durchführen lassen, die insbesondere die Lkw-Ströme unter die Lupe nehmen soll. Die jüngste Zählung des Landes von 2015 gibt darüber keine näheren Aufschlüsse.“ Außerdem seien die Zahlen zu alt.

Woher kommen die Laster? Welche Ziele haben sie?

Ziel der Verkehrserhebung ist es laut Pressemitteilung unter anderem, festzustellen, woher die Laster kommen und welche Ziele sie ansteuern. Die Erhebung soll im Frühjahr vor Beginn der Bauarbeiten und der dadurch bedingten vorübergehenden Sperrung des Ortskerns stattfinden. An mehreren Punkten in Albersloh soll Zählpersonal eingesetzt werden.

Videokameras für Engstellen geplant

Zusätzlich sollen an Engstellen Videokameras den Verkehrsablauf aufzeichnen. Ergänzend sollen zeitweise Aufnahmen aus der Luft mit Drohnen gemacht werden, so dass Konflikte und auffällige Verkehrssituationen erkannt und dokumentiert werden können. Wenn die Bauarbeiten im Ortskern begonnen haben, soll in einer zweiten Verkehrserhebung die Belastung der Ausweichstrecken geprüft werden.

Auswirkungen auf Nachbarorte ermitteln

„Auf diese Weise kann man herausfinden, welche Konsequenzen eine mögliche Sperrung für die Verlagerung der Verkehrsströme hat, also wie sie sich auf die Nachbarorte auswirkt“, erläuterte der Landrat. „Natürlich müssen wir als Straßenverkehrsbehörde nicht nur einen Ort, sondern den ganzen Kreis im Blick haben.“

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