Dritter Aufschub für „Weibsbilder“
Weibsbilder
Um ein weiteres Jahr auf 2022 muss der Auftritt der „Weibsbilder“ in Drensteinfurt verschoben werden.
Weibsbilder

Die Welt dreht sich weiter – auch wenn es sich im Corona-Lockdown manchmal nicht so anfühlt. Am 8. März ist wieder Internationaler Frauentag – der zweite, der nach 2020 nicht mit so viel Öffentlichkeit begangen werden kann, wie Elke Göller sich das wünschen würde.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Drensteinfurt musste nun schon zum dritten Mal das zu diesem Anlass geplante Kabarettprogramm „Botox to go“ des Duos „Weibsbilder“ verschieben. Vom März 2020 war der Termin zunächst in den Sommer und dann auf das erste März-Wochenende dieses Jahres gelegt worden. Doch Corona lässt Kultur weiterhin nicht zu. „Das Virus bestimmt zwar immer noch das gesellschaftliche Leben, aber solange die Veranstaltung nicht gänzlich abgesagt werden muss, werde ich sie weiter verschieben“, hält Elke Göller an ihrer Überzeugung fest, dass es im nächsten Jahr klappen kann. Nun soll das Kabarett am 6. März 2022 stattfinden. „Die Künstlerinnen haben den Termin schon bestätigt“, berichtet Göller. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass bis dahin die Pandemie so eingedämmt ist, dass die Veranstaltung am 6. März 2022 endlich stattfinden kann. Die verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit.“

Aus vielen Gesprächen weiß die Gleichstellungsbeauftragte, dass in der Kulturbranche durch die Folgen der Pandemie „katastrophale Zustände“ herrschen. „Die meisten Künstlerinnen und Künstler haben zum Glück ein zweites Standbein – aber von finanziellen Hilfen durch Bund oder Land ist wenig zu hören.“ Und die Bürokratie erschwere den Zugang zu Unterstützung sehr, sagt Elke Göller.

Sowieso seien es in vielen Bereichen Frauen, die verstärkt von den Einschränkungen betroffen sind. „Wieder sind es Frauen, die den Spagat zwischen Homeschooling und Job übernehmen müssen“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte. „Ich merke aber auch, dass viele, mit denen ich telefoniere, mittlerweile resigniert klingen.“ Niemand wolle mehr über Corona sprechen – „alle hoffen auf Impfung mit anschließender Normalität“. Eher „gespenstisch ruhig“ sei es derzeit, ähnlich wie im ersten Lockdown. Wieder seien gefährdete Frauen „abgeschottet“. Die Zahlen der häuslichen Gewalt stiegen zwar an, es werde aber vermutet, dass die Dunkelziffer noch weitaus höher liege, so Göller.

Als ein Projekt in dieser schwierigen Zeit hat sie die Gründung eines Alleinerziehenden-Netzwerkes ins Auge gefasst. „Von vielen Mütter und Vätern habe ich gehört, dass dies eine gute Idee ist.“ Dazu stehe sie unter anderem mit VHS-Leiterin Nadine Köttendorf in Kontakt, die ein solches Netzwerk in Ahlen ins Leben gerufen hat. Da ein erstes Treffen allerdings in Präsenz erfolgen sollte, sei dessen Aufbau stark abhängig von der Corona-Entwicklung.

Apropos Präsenz: Göller selbst arbeitet seit Mitte Dezember ausschließlich im Homeoffice und wird das noch bis Mitte März so beibehalten. Nachdem dies im ersten Lockdown noch teils problematisch gewesen sei, da es viele Unterlagen lediglich in Papierform gegeben habe, sei mittlerweile alles anders. Die städtische IT habe richtig gute Arbeit geleistet, um die nötige Technik einzurichten. „Und ich selbst habe im Sommer viele Unterlagen digitalisiert, da ich – wie viele andere auch – eine zweite Welle erwartet habe.“ Somit sei sie nun im „Homeoffice“ angekommen.

Für Auskünfte zu den Veranstaltungen steht Gleichstellungsbeauftragte Elke Göller unter Tel. 0 25 08 / 9 95 14 03 zur Verfügung.

von Nicole Evering

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