Eine Million Euro für den Sport
Heitbaum
Geht es nach CDU und SPD, sollen sowohl in Rinkerode als auch in Drensteinfurt weitere Kunstrasenfelder entstehen.
Heitbaum

Pflegeleicht und eigentlich ganzjährig bespielbar – dafür jedoch im Sommer staubig und knochentrocken, was schon bei leichten Stürzen zu üblen Schürfwunden führen kann: Die Diskussion über die Vor- und Nachteile von Aschesportplätzen wurde in der Vergangenheit schon so einige Male geführt. Mit dem bekannten Ergebnis, dass mittlerweile alle drei Ballsportvereine in Drensteinfurt, Rinkerode und Walstedde als bessere „Schlacke-Alternative“ auch über Kunstrasenflächen verfügen, die auch dann bespielt werden können, wenn das „natürliche Geläuf“ jahreszeitlich bedingt nicht mehr nachwächst. Die vorhandenen „Kunststoffkapazitäten“ sind jedoch begrenzt – weshalb man sich vor allem in Rinkerode und in Drensteinfurt Erweiterungen wünscht. Die könnte es mit Glück schon relativ kurzfristig geben – dank des 150-Millionen-Euro schweren und auf zwei Jahre ausgelegten Förderpaketes für Sportstätten der Bundesregierung.

Wie die Stadtverwaltung den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am Montagabend nach Anträgen von CDU und SPD berichtete, entfallen sieben Millionen Euro aus dem Förderprogramm auf den Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung Münster. Um eine Million Euro davon will sich nun die Stadt Drensteinfurt bewerben – wohlwissend, dass die Chance gering ist, diesen Betrag auch tatsächlich zu erhalten.

Hier ein Überblick über die drei beantragten Projekte in der Reihenfolge ihrer Priorisierung, die am Montag im Bauausschuss auch so beschlossen worden ist:

Auf Antrag der SPD-Fraktion soll das rund 2800 Quadratmeter große Rasentrainingsfeld in Rinkerode in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Gesamtkosten: laut aktualisierter Zahlen rund 350 000 Euro.

Auf Antrag der CDU-Fraktion soll der mit Rasen eingesäte Aschenplatz im Sportzentrum Erlfeld wegen seiner schlechten Bespielbarkeit gleichfalls in einen Kunstrasenplatz umgewandelt werden. Gesamtkosten: rund 600 000 Euro.

Beantragt wird außerdem eine Förderung der schon seit Längerem geplanten Kunststofflaufbahn (Tartanbahn) am Walstedder Sportplatz, die mit 85 000 Euro zu Buche schlägt.

Zu guter Letzt hatte die Stadt noch auf eine Förderung für die Erneuerung des Ballfangzaunes am Ossenbecker Sportplatz gehofft. Nach Rücksprache mit der Bezirksregierung sei dieser Punkt allerdings von der Liste gestrichen worden, teilt die Verwaltung mit.

Sollte die Stadt in diesem Jahr nicht oder nur teilweise in den Genuss der 100-prozentigen Förderung kommen, sollen die drei Projekte ins Jahr 2021 verschoben und entsprechend neu beantragt werden. Erhielte man dann den Zuschlag, würde ein Eigenanteil von je zehn Prozent erforderlich, was Gesamtkosten von 103 500 Euro bedeuten würde.

Apropos Kosten: Wie die Verwaltung in der Vorlage erläutert, sind die Investitionen mit steigenden Instandhaltungsaufwendungen verbunden. „Aktuell werden jedes Jahr etwa 10 000 Euro für die Instandhaltung der Kunstrasenflächen verwandt“, so Bauamtsleiter Christoph Britten. „Die Ansätze würden dann entsprechend erhöht. Hinzu kommen Kosten für grundhafte Erneuerungen der Oberfläche, die erfahrungsgemäß alle zehn bis zwölf Jahre erforderlich werden und in Drensteinfurt zuletzt 250 000 Euro gekostet haben.“

von Dietmar Jeschke

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