Feuchtes Vergnügen für alle
Dietmar Jeschke
Ein wenig Schwung – und schon sprudelt es: Am Donnerstag machten sich Politik, Verwaltung und Nachbarn ein Bild vom ersten inklusiven Spielplatz, der am Montag freigegeben wird.
Dietmar Jeschke

Wer richtig Spaß haben möchte, der sollte schon ein „paar Muckis“ in den Oberarmen haben – oder aber ein wenig Ausdauer, und zudem den nötigen Hüftschwung beherrschen, damit es aus Hand- und Fußpumpe auch tatsächlich sprudelt. Dazu wären ein paar „Kumpels“ äußerst hilfreich, um die zahlreichen „Schleusen“ zu öffnen. Kurz: Der neue Wasserspielplatz „Feller Gärten“ ist nicht nur für „ein Kind“ bestimmt, wie Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck am Donnerstagnachmittag klar machte. Ordentlich Spaß macht es erst dann, wenn mehrere Leute zusammenkommen. Und dabei ist es ganz egal, wie jung oder alt die Besucher sind. Und ob sie unter Einschränkungen leiden oder nicht, spielt gleichfalls keine Rolle, denn: Der komplett neugestaltete Spielplatz „Feller Gärten“ ist der erste inklusive Spielplatz der Stadt Drensteinfurt.

Und den haben sich Politik und Verwaltung durchaus einiges kosten lassen. Rund 90 000 Euro wurden nach mehrjähriger Planung in die komplette Neugestaltung der zentralen Fläche investiert. Die Gelsenwasser AG, die künftig das Wasser – pro Handpumpenhub sind es 0,75 Liter – liefern wird, hat sich daran mit 2500 Euro beteiligt.

Viel Geld, für das, sagte Carsten Grawunder auch in Richtung des für die Ausgestaltung verantwortlichen Bauhofteams, aber auch ein echtes Schmuckstück entstanden ist, das sich wohl alsbald einiger Betriebsamkeit erfreuen dürfte. „Ich bin mir sicher, dass hier viele Menschen lange ihre Freude daran haben werden“, betonte Ortsvorsteher Josef Waldmann (CDU), der gemeinsam mit einigen Vertretern der übrigen Fraktionen sowie mit den zuständigen Mitarbeitern der Verwaltung und natürlich dem städtischen Inklusionsbeauftragten Elmar Rosek bei der kleinen Feierstunde dabei war. Für Waldmann selbst war es übrigens eine Art „Déjà-vu“. Er war es nämlich, der bereits den alten Spielplatz nach dessen Einrichtung im Jahr 2001 seiner Bestimmung übergeben hatte. Am Freitag dankte Waldmann vor allem den Anwohnern, die das Projekt von Anfang an positiv begleitet hätten. Auf das Trampolin („Damals bin ich am höchsten gesprungen!“) wollte sich der stellvertretende Bürgermeister dann aber doch nicht noch einmal wagen.

Wie Jugendpfleger Rüdiger Pieck den Teilnehmern der kleinen Feierstunde weiter erläuterte, seien die einzelnen Geräte und Stationen bewusst so ausgewählt und gestaltet worden, dass sie sowohl von behinderten als auch von nicht behinderten Menschen aller Altersklassen genutzt werden können – angefangen beim Karussell bis eben zur weitgefächerten Wasserlandschaft. „Und Behinderung bedeutet ja nicht nur, im Rollstuhl zu sitzen. Hier werden bewusst alle Sinne angesprochen“, so der Jugendpfleger weiter. Zudem sei die Umgestaltung durchaus im Sinne der Nachhaltigkeit erfolgt. Einige noch „fitte“ Geräte, wie etwa das Trampolin, sind erhalten geblieben. Andere, wie etwa die alte Rutsche, wurden wieder „fit“ gemacht und finden nun auf anderen Flächen eine neues „Zuhause“.

Wer den Wasserspielplatz in den Feller Gärten selbst testen möchte, der muss sich noch ein klein wenig gedulden. Da die letzten Arbeiten erst am Donnerstag abgeschlossen wurden und der Mörtel noch ein wenig aushärten muss, wird das Areal erst am Montag für die Öffentlichkeit freigeben. Die Wasserpumpen selbst sind naturgemäß nur im Sommer einsatzbereit. Während der Winterzeit werden sie aus Frostschutzgründen abgeklemmt.

von Dietmar Jeschke

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