Heidi Pechmann fordert Carsten Grawunder heraus
 Als erste Frau will Heidi Pechmann ins Drensteinfurter Rathaus einziehen. Auf der Mitgliederversammlung wurde sie einstimmig nominiert.
Als erste Frau will Heidi Pechmann ins Drensteinfurter Rathaus einziehen. Auf der Mitgliederversammlung wurde sie einstimmig nominiert.
Als erste Frau will Heidi Pechmann ins Drensteinfurter Rathaus einziehen. Auf der Mitgliederversammlung wurde sie einstimmig nominiert.

Heidi Pechmann geht bei der Kommunalwahl im September als Bürgermeisterkandidatin für die Grünen ins Rennen. Bei einer speziell zu ihrer Nominierung einberufenen Versammlung votierten die Mitglieder am Freitagabend einstimmig für die 49-Jährige.

Ja, sie habe sich diese Entscheidung reiflich überlegt und auch mit ihrem engsten Umfeld besprochen, hatte sie beim Pressegespräch am Nachmittag betont. Der Gedanke, dass man Bürgermeister Carsten Grawunder, der 2014 als gemeinsamer Kandidat von Grünen und SPD ins Rennen geschickt worden war, nicht mehr unterstützen wolle, sei seit gut zwei Jahren gereift, erklärte Bernhard Meyer, der den Ortsverband zusammen mit Pechmann seit 2016 führt. „Wir haben gedacht, dass er unsere grünen Projekte intensiver und mit mehr Herzblut unterstützen würde“, sagte Meyer. Da dies aber nicht der Fall gewesen sei und Grawunder sich immer mehr der CDU angenähert habe, ziehe man nun die Konsequenz daraus.

Dabei habe man immer einen Kandidaten aus den eigenen Reihen aufstellen wollen, niemanden von außerhalb. Sondern „jemanden, der hier verwurzelt ist und weiß, wie es in Stewwert läuft“, erklärte der Sprecher. Heidi Pechmann will die Herausforderung annehmen und als erste Frau ins Drensteinfurter Rathaus einziehen. „Da habe ich den Bürgermeister gleich mal beim Wort genommen“, spielte sie schmunzelnd auf die Veranstaltung „Frauen in die Kommunalpolitik“ an, die die Stadt erst in der vergangenen Woche organisiert hatte.

Dass sie als gelernte Versicherungsfachfrau keine explizite Verwaltungserfahrung mitbringt, sieht Heidi Pechmann keineswegs als Nachteil. Das Team der Verwaltung werde ihr da mit seinem Fachwissen genügend Rückhalt geben, ist sich die dreifache Mutter sicher.

Ihr ist es wichtig, einen fairen und themenbezogenen Wahlkampf zu machen. „Wir müssen den Schalter umlegen, Drensteinfurt braucht etwas Neues.“ Den letzten Ausschlag für ihre Kandidatur habe jüngst die Entscheidung des Bürgermeisters gegen den Grünen-Antrag zur Aufnahme zusätzlicher, aus Seenot geretteter Flüchtlinge gegeben (wir berichteten). Dass Grawunder am Ende für den CDU-Antrag gestimmt und sich somit dieser humanitären Nothilfe verweigert habe, sei für sie einfach nicht nachzuvollziehen gewesen, entrüstete sich Pechmann. „Um unsere Politik durchzusetzen, müssen wir stärkste Kraft werden. Und ich bin überzeugt, dass das auch zu schaffen ist.“

Thematisch ist ihr für die Zukunft insbesondere die Belebung der Innenstadt und des gastronomischen Angebots ein Anliegen. „Wir müssen Drensteinfurt wieder lebenswert machen und aus dem Dornröschenschlaf erwecken“, will sie Stewwert den Stempel „Schlafstadt“ nicht mehr aufgedrückt wissen. Ebenso will sie den Ruf der Teamschule verbessert sehen, den sozialen Wohnungsbau vorantreiben und die Jugendarbeit stärken. „Wenn uns die Jugendlichen nach und nach verloren gehen, dann stirbt die Stadt. So kenne ich es aus dem Osten.“

Pechmann wolle sich die Sorgen und Nöte aller anhören und offen und ehrlich mit den Bürgern umgehen. Das Stichwort „Transparenz“ vermeidet sie dabei bewusst, war Carsten Grawunder damit doch 2014 in den Wahlkampf gezogen. Vielmehr sei es nötig, in den kommenden Wochen auch viele „Klinken zu putzen“, sich und ihr Programm bei den Vereinen und Firmen vorzustellen. Unterwegs sein will sie dann mit ihrem neuen E-Bike, das die Mitglieder des Ortsverbandes ihr gestern Abend als Überraschungsgeschenk übergaben.

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