Junge Talente an den Tasten
Angelika Knöpker
Jannes mit Vater Johann (l.) und
Angelika Knöpker

Während ihre Mitschüler die Freizeit – sonst – auf dem Fußballplatz verbringen, sitzen Enrico und Jannes Penner gerne am Klavier. Die Begeisterung für Musik und ein ungebrochener Ehrgeiz haben sich für den Zehn- und den Achtjährigen ausgezahlt. Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ in Münster hat Enrico vor einigen Wochen den ersten Platz belegt, sein Bruder hat einen zweiten Platz erreicht.

Mit diesem tollen Erfolg hätte Enrico eigentlich am Landesentscheid in Essen teilnehmen sollen. Der ist aufgrund der Corona-Pandemie jedoch abgesagt worden. Und auch der Bundesentscheid findet, zum ersten Mal in seiner 57-jährigen Geschichte, nicht statt. Da war die Enttäuschung natürlich erst einmal groß.

Der Erfolg der beiden Jungs kommt nicht von ungefähr, die Leidenschaft fürs Musizieren wurde ihnen in die Wiege gelegt. Vater Johann stammt aus einer großen Familie mit zehn Kindern. „Die Schwestern haben Streichinstrumente gespielt, die Jungen Klavier und Blasinstrumente“, erinnert sich der Familienvater noch sehr gut an seine Kindheit. Er spielte und spielt auch heute noch mit Begeisterung Trompete. „Was meine Eltern uns mitgegeben haben, wollten wir auch den Kindern ermöglichen“, ergänzt er.

Als Enrico im Alter von drei Jahren die ersten Stücke auf einem Kinderpiano spielte, stand die Förderung seiner Begabung für Johann und Natali Penner im Mittelpunkt. Zunächst winkte Klavierlehrer Alexander Karcev ab, der meinte, er sei noch zu jung. Doch beim persönlichen Kennenlernen war schnell klar, dass dieses musikalische Talent schon früh gefördert werden muss. Vater Johann hatte ihm bereits das Notenlesen beigebracht.

Bruder Jannes beobachtete das tägliche Klavierspiel seines Bruders mit Respekt und großem Interesse. Nach der Einschulung durfte auch er Klavierunterricht nehmen. So erfolgreich, dass er jetzt den zweiten Platz belegte und sich beim nächsten Wettbewerb wieder mit anderen Musiktalenten messen möchte. „Das wäre mein größter Wunsch“, sagt der Achtjährige.

Jeden Tag sitzen die beiden Jungs für eine Stunde an dem schönen Instrument aus weißem Klavierlack, dem Mittelpunkt des Wohnzimmers, und üben ihre von Alexander Karcev vorgegebenen Stücke klassischer Komponisten. Die Frage, ob er einmal Profimusiker werden möchte, kann und will der zehnjährige Enrico noch nicht beantworten. „Vielleicht auch Landmaschinenmechaniker“, blickt er auf den Betrieb von Bauer Feldmann. Bei dem Nachbarn durfte er schon auf dem Trecker mitfahren.

Jannes hat mit den Naturwissenschaften sein zweites Hobby entdeckt. Seit er zu Weihnachten ein Mikroskop geschenkt bekommen hat, untersucht er alles, was kreucht und fleucht, pflanzt und presst Blumen.

Eines ist sicher: Von den beiden begabten Klavierspielern wird man noch hören, nicht nur bei Familienfeiern und Auftritten der Gemeinde der Evangelium-Christen in Hamm, bei der Johann Penner seit neun Jahren im Posaunenchor Trompete und Horn spielt. Und da sind ja auch noch der fünfjährige Robin und der dreijährige Sam. Mal schauen, welche musikalische Entwicklung diese beiden noch nehmen.

von Angelika Knöpker

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