Landfrauenverband löst sich auf
Bedankt hat sich das Sprecher-Team der Landfrauen Walstedde bei Hanne Schulze Berge und Klärchen Bachtrop, die Jahr für Jahr die Kirche zum Erntedankfest geschmückt hatten. Zum 31. Dezember löst sich der Landfrauenverband Walstedde auf. Das Bild zeigt (v. l.) Christel Allendorf, Carola Lückmann, Hanne Schulze Berge, Klärchen Bachtrop und Maria Budde.

„Zum 31. Dezember ist der Landfrauenverband offiziell aufgelöst“, informierte Carola Lückmann, die gemeinsam mit Christel Allendorf und Maria Budde dem Verein bis dahin vorsteht. Dann bedankte sie sich bei den mehr als 40 anwesenden Frauen in Walstedde für ihr Interesse und die rege Teilnahme an den Aktivitäten in den vergangenen Jahren.

Ihr besonderer Dank galt Hanne Schulze Berge und Klärchen Bachtrop, die Jahr für Jahr die Kirche zum Erntedankfest geschmückt hatten. Bachtrop bedankte sich im Namen der Landfrauen bei den drei Leiterinnen mit einem Blumenstrauß. „Wir sagen danke für viele Jahre voller Harmonie.“ Niemand solle traurig sein, sondern lieber an die schönen Stunden zurückdenken, so Bachtrop.

Mit einem amüsanten Gebet über die Arche Noah und die Vielzahl der Charaktere in einem Verein beendete sie ihre Ansprache. Der Landfrauenverband in Walstedde wurde 1955 von der damaligen ersten Vorsitzenden Maria Nettebrock ins Leben gerufen. Zu dieser Zeit spielte sich das Leben der Frauen auf den Höfen ab. Abwechslung boten der Kirchenbesuch oder Einkäufe. Als der Landfrauenverband gegründet wurde, waren die Männer schon längst im landwirtschaftlichen Ortsverein aktiv. Der Nachwuchs traf sich in der Landjugend. Für die Frauen boten die Treffen und Aktivitäten eine willkommene Abwechslung vom Alltag. So verwundert es auch nicht, dass die Beteiligung an den zu Anfang noch wenigen Festen und Feiern hoch war.

„Wir haben immer unser Bestes gegeben, aber irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen“, erklärt Carola Lückmann die Auflösung des Vereins. Im Kreis Warendorf sei es der erste Landfrauenverband, der sich auflöse, berichtet sie. Letztendlich habe der Nachwuchs gefehlt. Zwei Drittel der 69 Noch-Mitglieder sind über 65 Jahre, nur drei Frauen jünger als 50 Jahre alt.

Den Grund dafür sieht Lückmann in den heutigen Lebensbedingungen. Diese hätten sich sehr verändert. „Die Frauen haben heute viel private Abwechslung, sie sind mobil, gehen auf Reisen und brauchen den Verein nicht mehr.“ Hinzu komme die fehlende Bereitschaft, ein Ehrenamt zu übernehmen.

Mehr in der Ausgabe vom 27. November 2018

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