Neuer MRT für das St.-Josef-Stift
Bild: SJS
Millimetergenau wird der neue MRT für das Sendenhorster St.-Josef-Stift platziert. Zur Abschirmung des Magnetfeldes wurde der Raum mit einem Faraday‘schen Käfig ausgestattet.
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Zuletzt war es Millimeterarbeit für den Koloss, denn das Herzstück des in Japan gefertigten MRT für das Sendenhorster Krankenhaus ist ein riesengroßer Dauermagnet, der allein schon 14 Tonnen auf die Waage bringt. Einfach durch die Tür schieben? Geht nicht! Bereits im Juli waren die baulichen Vorbereitungen für die Anlieferung des MRT gestartet.

Eigens eine Öffnung in eine Gebäudewand geschnitten

Eine große technische Herausforderung waren aber am Dienstag die letzten Meter innerhalb des Gebäudes. Technischer Leiter Peter Kerkmann: „Normale Betondecken halten üblicherweise 500 Kilogramm maximaler Belastung pro Quadratmeter stand. Um die 14 Tonnen Gewicht abzufangen, benötigten wir zusätzliche Stützen, die alle halbe Meter in der Etage unterhalb des Transportweges gesetzt werden mussten.“ Ein Riesenaufwand, da für die Stützen die Decken und der Estrich aufgeschnitten werden mussten. Auch auf dem Transportweg selbst musste der Estrich bis auf den Rohbeton komplett entfernt werden, da er sonst vom Gewicht zerdrückt worden wäre.

Um den Aufwand möglichst gering zu halten, wurde der kürzest mögliche Weg gewählt. Dafür ist in das neue Funktionsgebäude an der Liegendanfahrt eine große Wandöffnung geschnitten worden, durch die der neue MRT von einem Autokran mit 160 Tonnen Tragkraft hineingehoben wurde. Die letzten zehn Meter setzte der Koloss auf millimetergenau justierten Luftkissen fort; plus jede Menge Muskeleinsatz.

Magnet muss sich zwei Wochen akklimatisieren

Am Ende des Tages ist Technischer Leiter Peter Kerkmann zufrieden, dass sein komplexer und eng getakteter Zeitplan aufgegangen ist. Noch am selben Abend kommt bereits der Estrich, um die für den Transport geschlagenen Wunden im Gebäude wieder zu heilen. „Die hohen Temperaturen haben allen Beteiligten das Letzte abverlangt“, so Kerkmann. Besonders erwähnt er aber die stiftseigenen Handwerker: „Die ständige und flexible Mithilfe unserer Handwerker und am Dienstag insbesondere unserer Schreiner hat viel dazu beigetragen, dass dieser Meilenstein gelungen ist.“

Für das Team von Hitachi liegt jetzt noch viel Arbeit an, um das Gerät vollständig aufzubauen und das Magnetfeld auszurichten. Allein zwei Wochen braucht der Magnet, bis er sich „akklimatisiert“ hat und der MRT das erste Mal hochgefahren werden kann.

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