Penible Vorbereitung zahlt sich aus
St.-Josef-Stift/Goczol
Bewohner Sieghard Westphal ließ sich im St.-Elisabeth-Stift von Dr. Rami Tubaileh (r.) impfen. Tarek Tubaileh assistierte dabei. Jede Impfung wurde durch die Hausleitungen dokumentiert.
St.-Josef-Stift/Goczol

„Das war‘s schon?!“ Sieghard Westphal ist überrascht, wie schnell die Corona-Impfung erledigt ist. „Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, die Pandemie in den Griff zu bekommen“, ist Westphal, Bewohner des St.-Elisabeth-Stifts, überzeugt. Bei der großangelegten Corona-Impfaktion, die am Wochenende abgeschlossen wurde, ließen sich im St.-Elisabeth-Stift 146 Bewohner und Mitarbeiter impfen, im etwas kleineren St.-Josefs-Haus in Albersloh waren es 118. Die zweite Impfung folgt dann in drei Wochen, damit der vollständige Impfschutz weitere sieben Tage später erreicht ist.

Insbesondere die Bewohner ließen sich alle impfen, sofern ihr Gesundheitszustand es zuließ. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lag die Quote in den Einrichtungen der St.-Elisabeth-Stift gGmbH zwischen 75 bis 90 Prozent. „Ich bin sehr froh, dass ich zu den Ersten gehöre, die geimpft werden“, freut sich Altenpflege-Azubi Selcuk Benli auf bald wieder mögliche (Reise-)Freiheiten. „Wir wurden sehr gut aufgeklärt von Prof. Hammer aus dem St.- Josef-Stift und konnten unsere Fragen im Vorhinein klären.“

Auch für Pflegemitarbeiterin Manuela Scharnewski aus dem St.-Josefs-Haus war die Entscheidung klar: „Die Nebenwirkungen von Covid-19 sind sicher schlimmer als die Impfung.“

Wie am Schnürchen funktionierte die Impfaktion, die in Sendenhorst und Albersloh an jeweils zwei Tagen stattfand. Dr. Rami Tubaileh, der am zweiten Impftag im St.-Elisabeth-Stift den Staffelstab von Dr. Mechthild Bonse übernahm, meinte: „Von den Räumlichkeiten sind die Bedingungen hervorragend, es ist extrem gut vorbereitet, und es gibt eine sehr gute Unterstützung durch die Mitarbeiter hier.“ Im St.-Josefs-Haus Albersloh teilten sich Dr. Christian Dexer sowie Dr. Edgar Kaup und Christine Sandmann die Aufgabe an den zwei Impftagen.

Eine verantwortungsvolle Aufgabe hatten auch die medizinischen Fachangestellten, die nach genauen Vorgaben den Impfstoff aufbereiteten und aus jedem Fläschchen die vorgegebene Anzahl von sechs Injektionen aufzogen.

Bis zur Umsetzung der Impfung in den beiden Pflegeheimen haben die Hausleitungen mit großer Unterstützung von Hygienefachkraft Markus Geilen, Hauswirtschaftsleitung Roswitha Mechelk und des Technischen Leiters Peter Kerkmann einen wahren Organisationsmarathon absolviert. Für die Bestellung und Lieferung des Impfstoffs lobt Netzwerkkoordinator Markus Giesbers die sehr gute Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und in den jeweiligen Einrichtungen die Impfkooperation mit den örtlichen Hausarztpraxen.

Die beiden größten Packen in der Vorbereitung waren vor allem der bürokratische Aufwand und die räumlich-personelle Organisation. Beides war penibel vorgegeben, damit die Impfung fachgerecht vonstatten geht und sauber für das Robert-Koch-Institut dokumentiert werden konnte. Bereits vor Weihnachten wurden in doppelter Ausfertigung die Formulare für Aufklärung, Anamnese / Einwilligung sowie Impfbescheinigung verschickt. Der schnelle Rücklauf vor allem der Einwilligungen war wichtig, um den tatsächlichen Bedarf an Impfstoff für die verbindliche Bestellung am 30. Dezember richtig abschätzen zu können, erklärt das St.-Josef-Stift. Viele Bögen kamen unvollständig ausgefüllt zurück, telefonisch musste nachgehakt werden. Parallel wurde die verbleibende Zeit für Informationsveranstaltungen genutzt.

All das kostete Zeit – aber wertvoll genutzte Zeit, wie Netzwerkkoordinator Markus Giesbers meint: „Es war richtig und wichtig, sich die Zeit für Information und eine gute Vorbereitung zu nehmen, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.“

Für die Impftage waren viele Vorbereitungen zu treffen: Ausreichend Mitarbeiter mussten bereit stehen, um die Bewohner zur Impfung zu begleiten. Für die Abläufe wurde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet mit Wartebereich, Impfzimmer, Ruheraum und separatem Ausgang. Der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde streng bewacht geliefert und musste zuverlässig gekühlt aufbewahrt werden. Ab der Lieferung stand nur ein enges Zeitfenster für die Impfung zur Verfügung.

Am Ende der Aktionen stand ein durchweg positives Resümee: „Ich bin sehr stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Vorbereitung und Durchführung einen super Job gemacht haben“, so Geschäftsführer Dr. Ansgar Klemann. Bislang hätten alle Geimpften die Impfung gut vertragen, so Klemann. Gleichwohl sind sich die Hausleitungen des St.-Elisabeth-Stifts und des St.-Josefs-Hauses sicher: „Trotz der ersten Impfung dürfen wir nicht nachlassen, die Hygiene- und Schutzmaßnahmen weiterhin streng einzuhalten“, formuliert es Hausleitung Annette Schwaack (Albersloh).

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