Pflanzvergnügen auch im Winter
Dietmar Jeschke
Seit drei Jahren bewirtschaften die Teamschüler unter der Leitung von Lehrer Karl Kampelmann (oben li.) gemeinsam mit Geflüchteten und Helfern den „Interkulturellen Garten“. Gemeinsam mit den Mitgliedern des DAF freuen sie sich nun auf das Gewächshaus.
Dietmar Jeschke

Die Tomaten sind reif. Ebenso wie die Kartoffeln. Bis die großen und knallig-gelb leuchtenden Sonnenblumen, die das Eingangstor säumen, ihre Samen preisgeben, kann es aber noch ein Weilchen dauern. Kurz: Im „Interkulturellen Garten“ an der Teamschule grünt und blüht es. Noch, denn auch hier neigt sich die Gartensaison langsam aber sicher dem Ende entgegen. Einen „Winterschlaf“ müssen die Nutzer jedoch in diesem Jahr nicht antreten. Dank der finanziellen Unterstützung der „Westfalen Initiative“ in Höhe von 2000 Euro kann nämlich alsbald ein recht stattliches Gewächshaus angeschafft werden.

„Wir freuen uns, mit diesem Projekt den interkulturellen Austausch in Drensteinfurt zu fördern und hoffen, dass durch die Errichtung eines Gewächshauses weitere Menschen zur Kommunikation und zum Mitmachen animiert werden“, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Gerd Meyer-Schwickerath, der sich am Donnerstagmorgen selbst ein Bild von der im Jahr 2017 als Kooperation von Teamschule und Deutsch-Ausländischem Freundeskreis ins Leben gerufenen Gartenanlage machte.

Seit der ersten Pflanzaktion ist der Garten zu einem Ort der Begegnung von Schülern, Helfern und eben auch von Geflüchteten geworden. Nun wird er um eine drei mal sieben Meter große Winteranbaufläche erweitert. „Das stabile Gewächshaus für den ,Interkulturellen Garten‘ wurde zusammen mit sieben weiteren ,Starterprojekten‘ aus insgesamt knapp 60 Bewerbungen im diesjährigen Wettbewerb ,Westfalen-Beweger 20/21‘ zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements gewürdigt“, erklärte Meyer-Schwickerath.

Teamschullehrer Karl Kampelmann und seine Schüler sowie Waltraud Angenendt und ihr Team vom DAF freuten sich über die Unterstützung, die ihnen nun ganzjähriges Arbeiten im „grünen Paradies“ ermöglicht. Außerdem dürfen sie darauf hoffen, noch eine weitere Finanzspritze zu erhalten. Denn bis Februar sollen die mit Stiftungsgeldern angeschobenen Projekte nun weiterentwickelt werden. Den erfolgreichsten Teilnehmern winken bei Einreichung eines entsprechenden Abschlussberichts noch einmal Preisgelder in Höhe von insgesamt 15 000 Euro.

„Mit dem ,Westfalen-Beweger‘ verfolgt die Stiftung .Westfalen-Initiative‘ seit 2013 das Ziel, Projekte zu unterstützen, die sich gesellschaftlichen Problemen eigeninitiativ und eigenverantwortlich annehmen und die durch bürgerschaftliches Engagement und private Eigeninitiative gekennzeichnet sind“, erklärte Gerd Meyer-Schwickerath. Und genau das treffe für das Projekt „Interkultureller Garten“, das Menschen aller Altersklassen und unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt, zu 100 Prozent zu.

„Das Gewächshaus soll den Flüchtlingen ermöglichen, Pflanzen aus ihrer Heimat auch hier in Drensteinfurt zu kultivieren. Und für die Schüler entsteht ein interessantes Lernfeld“, freute sich auch Waltraud Angenendt vom DAF über die Förderung.

von Dietmar Jeschke

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