Prinz Kai stürmt die „AT“-Redaktion
Bilder: Lange/Westhues
Prinzliche Verfügung: Kinderprinzessin Samantha, Stadtprinz Kai und Kinderprinz Sebastian (vorne v. l.) verfassen die närrische Botschaft (nebenstehend) an einem Rechner der eingenommenen „AT“-Redaktion.
Bilder: Lange/Westhues

Für die Redakteure beginnt eine neue Zeitrechnung, denn närrischer Frohsinn ist fortan bis zum Aschermittwoch angesagt. Die Redaktion war gnadenlos in Unterzahl. Acht Unverzagte riskierten frech den Widerstand gegen eine bis an die Zähne mit närrischer Ausgelassenheit bestückte, gut organisierte Truppe des Sendenhorster Prinzen. Die Zeitungsleute bauten auf einen Verteidigungswall aus bunten Barrikaden, doch Prinz Kai brachte sie mit einem Fußtritt zum Einstürzen.

„Das hat wieder nicht geklappt mit eurem Wall“, stellte Hubert Hartmann, der Nestor der Narrenschar, ernüchtert fest. Dirk Vollenkemper, Chef der Karnevalsgesellschaft „Schön wär’s“, schien gar unterfordert: „Wir stellen fest, dass es immer leichter wird, hier hineinzukommen“. Zum 16. Mal hatte die Sendenhorster Jeckenschar Anlauf genommen, und zum 16. Mal waren sie eingedrungen in die Redaktionsräumlichkeiten an der Gerichtsstraße. Das Verteidigungskonzept sollte überdacht werden, da waren sich alle einig.

Oren und Bützchen gab es für die Gäste. Das Bild zeigt die beiden „AT“-Redakteure Anja Tenbrock (2.v.l.) und Detlef Peter Jotzeit (r.).
Verteidigung hin, Verteidigung her: „Wir hatten keine Chance“, gestand der stellvertretende AT-Redaktionsleiter Detlef Peter Jotzeit die Niederlage der schreibenden Zunft ein. Eine echte Herausforderung wird hingegen für Prinz Kai und sein Gefolge der Rathaussturm am kommenden Sonntag, 7. Februar. Zur Mittagszeit wollen die Karnevalisten das Sendenhorster Rathaus stürmen. Da können sie den Beweis antreten, ob sie auch eine größere Festung knacken können.

„Keine gute Laune gibt’s nicht“: Das Lebensmotto von Prinz Kai kam in der AT-Redaktion bestens an. Sein Elferrat, die „Asphaltcowboys“, die Rotjacken der KG „Schön wär’s“ und das Kinderprinzenpaar Samantha von Schenk und Sebastian Peuker unterstützten die Tollität bei der Verbreitung des närrischen Frohsinns. Für ihr Engagement wurden sie mit Orden der Tageszeitung „Die Glocke“ ausgezeichnet. Stadtprinz und Kinderprinzenpaar revanchierten sich: So erhielten Detlef Peter Jotzeit, Dominik Lange, Rudolf Rademacher und Ralf Westhues die Orden des Prinzen und des Kinderprinzenpaares.

Platznot: Schreibtische werden zu Tanzflächen für die Jecken

„Moment, ich muss mir eben die Kehle anfeuchten“: Nur ungern geht Prinz Kai schlecht vorbereitet in eine Sing-Einlage. Der 37-jährige Brummi-Verkäufer, der seit 28 Jahren beim Albersloher Kolping-Blasorchester mitwirkt und somit musikalisch bestens geschult ist, überließ es seinem Hofmusiker Tom Juno, auch bekannt als Daniel Socheaux, das Lied des Kinderprinzenpaares anzustimmen.

Das war das Ende der Ordnung auf den Schreibtischen der Kollegen Dominik Lange und Iris Krönauer: Mit einer lässigen Armbewegung über die Tischplatte machte der Prinz aus den Schreibtischen eine astreine Tanzfläche. Und wo gerade noch der Aufmacher für den nächsten Tag lag, steppten nun die Füße der Karnevalisten. Kinderprinzen rauf auf die Tische, dazu die Kolleginnen Iris Krönauer und Anja Tenbrock – und dann: hoch das Bein. „Wir machen eine Welle, und wir dreh’n uns dabei um, und unser Herz macht bumm bumm bumm“, tönte es aus einem Lautsprecher.

Aber auch die „Asphaltcowboys“, der Elferrat des Prinzen, wollten ihren Prinzenschlager den Redakteuren vorstellen. Zur Melodie von „Ring of fire“ von Johnny Cash sangen sie „Jetzt geht’s los, wir geben richtig Vollgas, wir geh’n ab, ab, ab – ihr Jecken hebt das Bierglas“. Und das ließen sie sich nicht zweimal sagen – trotz des umfangreichen Programms, das sie am Mittwoch nach dem Besuch bei der Zeitung in Ahlen noch zu neun weiteren Stellen führte.

Zwar hätten die Zeitungsleute gern den Prinzen und sein Gefolge noch den ganzen Tag in der Redaktion zu Gast gehabt. Doch hatten sie Verständnis, dass es da in und um Sendenhorst noch viele Menschen gab, die viel dringender des närrischen Frohsinns bedurften als die „AT“-Truppe.

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