Prinz Uli I. knockt Bürgermeister aus
Bild: Schmitz-Westphal
Der Schlüssel ist jetzt in närrischer Hand: Der Karnevalsprinz Uli I. stürmte gestern das Sendenhorster Rathaus und eroberte die Macht von Bürgermeister Berthold Streffing. Der trägt jetzt Handschellen.
Bild: Schmitz-Westphal

„Ab sofort regiert der Frohsinn in Sendenhorst“, rief der neue Machthaber vom Rathausbalkon.  Als Uli I. um 12.11 Uhr noch vor dem Rathaus auf sich warten ließ, tönte Streffing vom Balkon aus: „Wenn Ihr Euren Klitschko-Verschnitt nicht wiederfindet, kann ich es auch mit dem Kinderprinzen aufnehmen.“ Und Streffing legte nach: „Spätestens nach drei Tagen hat sich jeder Prinz blamiert und mir den Schlüssel zurückgegeben, ganz ungeniert.“

Erst dann fuhr Uli I. in einem schwarzen Geländewagen vor und ließ sich von seinen Bodyguards auf die Bühne geleiten. Dort angekommen hielt sich der ehemalige Hobby-Boxer nicht lange mit Kampfansagen zurück: „Komm herunter und wir tragen es aus wie Männer“, rief er in Richtung des Bürgermeisters. Der erwiderte bloß: „Wenn Du den Schlüssel haben willst, musst Du ihn Dir schon holen.“

Also läutete der Prinz einen Kampf über drei Runden ein, die über Wohl und Wehe des Stadtoberhaupts entscheiden sollten. In Runde eins zog der Prinz die Sendenhorster Bürger mit einer prächtigen Gesangseinlage voll auf seine Seite. Mit dabei war natürlich der jecke Hofsänger Daniel Socheaux, der wie immer beste Laune entfachte. „Ich bin lieber Bürgermeister als Hofnarr von Daniel“, spottete Streffing zwar noch, aber die erste Runde ging klar an Uli I. und sein närrisches Gefolge.

In Runde zwei wählte Ulis närrischer Hofarzt sechs kräftige Jecken aus, die mit einem riesigen Rammbock die Tür zum Rathaus aufstießen. An der Spitze des Rammbocks prangte ein roter Boxhandschuh. Der Weg war frei für Prinz Uli I., der im Rathaus auch Runde drei gewann und Streffing seines Schlüssels beraubte. Unter dem Jubel der Sendenhorster Narren legte die neue Regierung den alter Bürgermeister sofort in Handschellen und verkündeten die neuen Gesetze. „Aufgrund des akuten Kneipenmangels spendet die Pumpe in der Fußgängerzone künftig Bier statt Wasser“, bestimmte Prinz Uli I. Bis Aschermittwoch regieren nun Frohsinn und Heiterkeit.

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