Regale sind nach Hamsterkäufen wieder voll
Die Regale in der Drogerie „Ihr Platz“ sind wieder gut gefüllt, Nachbestellungen kein Problem, sagt Marktleiterin Petra Korthues.

Das Coronavirus hat auch Drensteinfurt erreicht – zumindest in den Köpfen der Menschen. Fotos von leeren Supermarktregalen kursierten am Wochenende in den sozialen Netzwerken. Konserven, Mehl, Nudeln, Toilettenpapier, tiefgekühltes Gemüse: nirgends mehr zu bekommen.

„Es wurde definitiv mehr gekauft, und das seit Mittwoch“, bestätigt Christian Schemmer, stellvertretender Filialleiter des Rewe-Marktes an der Sendenhorster Straße. Doch diese Hamsterkäufe seien gar nicht nötig. „Was wir nachbestellen, das wird auch geliefert“, versichert Schemmer. Gleiches hat auch der Handelsverband Deutschland erklärt: dass die Lieferstrukturen effizient und gut vorbereitet seien und eine Versorgung der Bevölkerung gewährleistet sei.

Das kann auch Petra Korthues, Marktleiterin im „Ihr Platz“, bestätigen. „Wir haben sogar gerade erst eine Lieferung an Desinfektionstüchern und -sprays bekommen. Diese Produkte werden wir nun in begrenzten Mengen an die Menschen abgeben – damit jeder etwas bekommt.“ Auch das Nachbestellen von Toilettenpapier und ähnlichen Waren sei gar kein Problem. Dass einige Regale zu manchen Zeitpunkten leer gewesen seien, hänge natürlich mit den Hamsterkäufen zusammen. „Das ging am vergangenen Mittwoch los – seit dem Anstieg der Fälle in NRW und der verstärkten Berichterstattung in den Medien“, weiß Korthues. Da die Märkte an bestimmte Bestelltage gebunden seien, könne es vorkommen, dass die Regale erst zwei, drei Tage später wieder aufgefüllt werden könnten. Beim nächsten Mal will Korthues gleich etwas mehr als üblich ordern.

Ebenfalls ein bisschen die Hysterie rausnehmen möchte Ricarda Lorenzen von der Wagenfeld-Apotheke. „Natürlich handelt es sich um ein neuartiges Virus. Das ist aber laut Experten ähnlich gefährlich wie eine normale Grippe.“ Am besten schützen könne man sich durch eine gesunde Hygiene: also regelmäßig und gründlich mit Seife die Hände waschen sowie mehr Abstand zu niesenden oder hustenden Menschen halten und keine Hände schütteln. Bei öffentlichen Veranstaltungen sollte man darauf verzichten, aus Bechern zu trinken, die nur kurz durchs Wasser gezogen würden, sagt Lorenzen.

Mundschutz und Desinfektionsmittel seien hingegen tatsächlich nicht mehr zu bekommen. Das stimmt die Apothekerin traurig. „Denn den Menschen mit einem geschwächten Immunsystem wie zum Beispiel Transplantierten oder Krebskranken, die diese Dinge dringend brauchen, können wir sie nicht mehr verkaufen.“ Dadurch steige die Beratungsleistung in den Apotheken. Lorenzen appelliert an die Menschen, „ein bisschen herunterzufahren“. Und beim Hamsterkauf vielleicht auch an die zu denken, die auf Mundschutz und Desinfektionsmittel wirklich angewiesen sind.

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