Schützenkönig von 1991 spricht über Sieg

Aber der Vogel auf der Stange war ihm nicht wohl gesinnt. Vergebens zielte Heinrich Schütte auf das Federvieh, unterstützt von Theo Meckmann und Dr. Hans-Joachim (Jochen) Bührig, der schon einen Flügel zur Strecke gebracht hatte. Und dann geschah es: Um 19.25 Uhr legte der lediglich als „Unterstützer“ wirkende Bührig das Gewehr an, zielte genau und brachte das Federvieh mit dem 325. Schuss zur Strecke.

Großer Jubel brach aus. Bührig war völlig perplex, hatte er doch überhaupt nicht mit einem Sieg gerechnet. Noch während der Verschnaufpause nach dem Schießen bei Familie Telges erwählte sich der neue König Maria Meckmann zu seiner Königin. Bei der Suche nach einem Hofstaat bekam das Königspaar sofortige Zusagen von Nachbarn und Freunden.

Erstmalig entstand ein großer Hofstaat mit elf Paaren. Bisher waren nur insgesamt vier Paare aus dem Dorf und den Bauerschaften üblich. Der Hofstaat unterstützte seine Majestät vielseitig. Reinhard Stertmann stand dem Schützenkönig als schneidiger Adjutant treu zur Seite und leistete vorbildliche Arbeit. Inzwischen ist er gar zum Schützenkaiser aufgestiegen. Gemeinsam unternahm der Hofstaat auch in den Folgejahren Ausflüge und Treffen.

Bei der Königsproklamation stellte Präses Pfarrer Egon Dirks humorvoll fest, dass er künftig mit seinen Aussagen vorsichtig sein müsse, da Priester ja „in gewisser Weise von Ärzten abhängig sind, weil diese dazu beitragen, dass Priester nicht arbeitslos werden“. Auch der Besuch im Kindergarten war ganz auf den „Doktor“ ausgerichtet, bekam Jochen I. doch einen Doktorhut aufgesetzt, wurde narkotisiert und dann operiert sowie schließlich mit einer Kette aus Spritzen behängt.

Die Ehrengarde hatte sich beim Königsball etwas Besonderes einfallen lassen. Nach Mitternacht erschienen die Gardisten „schwer verletzt“ im Festzelt und mussten von Jochen I. „geheilt“ werden. Das beschwörende Auflegen der königlichen Kette und ein großes Fass Bier waren dabei hilfreich.

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