Selbst ist der Geselle
Nicole Evering
Florian Schleyer (r.) hat mitten in der Corona-Pandemie seine Gesellenprüfung bestanden. Chef Marc Mürmann ist deshalb extra stolz auf seinen Mitarbeiter. Der musste im praktischen Teil unter anderem ein Laufrad einspeichen.
Nicole Evering

Drei Jahre wurde er ausgebildet, hat dazu gelernt, sich fachlich und persönlich weiterentwickelt. Dann kam Corona. Zwischenzeitlich hatte Florian Schleyer große Sorge, ob seine Gesellenprüfung überhaupt stattfinden kann. Und auch die Vorbereitung darauf war nicht einfach.

„Die Berufsschule war drei Monate geschlossen. Ich habe abends zu Hause gesessen, in die Bücher geschaut und mir einiges selbst beigebracht“, erzählt der 20-Jährige. Doch der Stress der vergangenen Monate hat sich gelohnt. Schleyer hat bestanden und ist jetzt Zweiradmechatroniker der Fachrichtung Fahrradtechnik.

Schon als Kind hat Florian Schleyer gerne an Fahrrädern herumgeschraubt, Reifen geflickt und verbogene Lenker wieder geradegerückt. „Damals mit Papa in der Garage“, erinnert er sich lachend. Spaß am Handwerk hatte er also schon in jungen Jahren. Nach seinem Abschluss, den der gebürtige Sendenhorster an der Christ-König-Hauptschule in Stewwert gemacht hat, hat er versucht, über mehrere Praktika den richtigen Beruf für sich zu finden. Nach Einblicken ins St.-Josef-Stift und einen metallverarbeitenden Betrieb hat er beim Team von Zweirad Mürmann über die Schulter schauen dürfen. „Das war sehr vielseitig und spannend“, erinnert sich Schleyer. Der passende Beruf war gefunden. Auf die Bewerbung gab‘s dann auch gleich eine Zusage.

Schleyer war der erste Azubi, den Marc Mürmann eingestellt und bis zur Gesellenprüfung gebracht hat. In diesem Jahr startet nun schon der dritte. „Wir arbeiten aktiv gegen den Fachkräftemangel an“, sagt Mürmann, der mittlerweile auch Innungsmitglied ist. Praktikanten sind bei ihm – in Nicht-Corona-Zeiten – ebenfalls immer gerne gesehen. Was man dafür mitbringen muss? „Nur zwei linke Hände sollte man nicht haben“, sagt der Chef lachend.

Die hatte Florian Schleyer offensichtlich nicht. Während seiner Ausbildung hat er viel gelernt, „mehr als gedacht“, gibt er zu. Denn am Fahrrad ist heute weit mehr dran als bloß Reifen, Kette und Bremsen. Gerade im E-Bike-Bereich hat sich einiges getan. „Durch die ganze Elektronik ist der Beruf schon eher mit dem eines Automechanikers zu vergleichen“, meint auch Marc Mürmann. „Das ist alles sehr komplex geworden.“

Bei den letzten Vorbereitungen auf die Gesellenprüfung hat er seinen Azubi tatkräftig unterstützt. Die Theorie stand Anfang Dezember auf dem Plan: sechs Stunden mit knapp 30 Leuten auf Abstand in einem großen Raum, bei offenem Fenster und mit Maske. Die Praxis wurde jetzt im Januar geprüft, wieder im Handwerkskammer-Bildungszentrum (HBZ) in Münster. Die Klasse war dafür in Kleingruppen auf unterschiedliche Räume aufgeteilt worden. Unter anderem musste Florian Schleyer ein Laufrad einspeichen, also die Speichen in das Rad einziehen und es zentrieren, so dass es am Ende rund und geradeaus läuft. Das hatte er vorher mehrfach zu Hause geübt. Das passende Werkzeug hatte er aus seinem Betrieb gleich mit nach Münster gebracht.

Die Bestätigung, dass er die Prüfung bestanden hat, hat er schon. Auf die Note und den Gesellenbrief wartet Florian Schleyer noch. Das kann er allerdings relativ entspannt tun, denn sein Ausbildungsbetrieb hat ihn in eine Festanstellung übernommen.

von Nicole Evering

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Die Menschen in Deutschland müssen sich mindestens bis zum 14. Februar auf weitere Beschränkungen einstellen. Auf diese Maßnahmen haben sich Bund und Länder am 19. Januar geeinigt. Was in NRW jetzt gilt:
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Der wird bis zum 14. Februar verlängert. Die bisher bis zum 31. Januar befristeten Schließungen der meisten Geschäfte, Restaurants, Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen gilt also weiterhin bis zum 14. Februar.
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Für Millionen in den Vereinen geht mit den Beschlüssen von Bundesregierung und Länderchefs vom Dienstag das Warten auf die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebs bis zumindest in den Februar weiter.
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