Sendenhorst: Loch im Haushalt 2013
Bild: Voss-Loermann
Der dickste Brocken im Haushalt der Stadt Sendenhorst ist die geplante Sporthalle in Albersloh. Das Modell präsentieren hier zusammen mit dem Haushaltsplanentwurf Bürgermeister Berthold Streffing und Kämmerin Silke Pöhler. 
Bild: Voss-Loermann

In Sendenhorst sieht das ganz anders aus. Die Haushaltslage der Stadt sei strukturell unterfinanziert, die Stadt müsse ihr Eigenkapital verzehren, weil der laufende Aufwand nicht durch den Ertrag erwirtschaftet werden könne, heißt es in der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfes für 2013.

Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass bereits seit 2011 Steuererhöhungen und die Gewinnabführung des Abwasserwerks an den städtischen Haushalt veranschlagt sind.

Im Ergebnis ist der Haushaltsplan genehmigungsfähig, muss aber beim Kreis vorgelegt werden, denn ein Defizit von gut 700.000 Euro bietet dem Bürgermeister wie auch der Kämmerin Silke Pöhler Anlass zur Sorge.

Das Volumen beträgt 20,1 Millionen Euro auf der Aufwandseite, dem Erträge in Höhe von 19,4 Millionen Euro gegenüber stehen, woraus sich der genannte Fehlbedarf erklärt. Dennoch, sind sich beide einig, stecke man nicht den Kopf in den Sand, sondern versuche aus den Rahmenbedingungen einen soliden Haushalt hinzubekommen.

Die Höhe der Kreisumlage von 6,7 Millionen Euro – der größte Batzen der Aufwendungen – entspricht in etwa den Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die somit direkt nach Warendorf weitergereicht wird.

Insgesamt fallen mit rund 15 Millionen Euro 79 Prozent der Erträge aus Steuern und Abgaben an. Da Sendenhorst eine steuerstarke Kommune sei, bekomme sie, anders als zunächst fälschlich in einer Modellrechnung des Gemeindefinanzierungsgesetzes 2013 berechnet, keine Schlüsselzuweisungen.

Außer der Kreisumlage schlagen die Personal- und Versorgungsaufwendungen mit 3,8 Millionen Euro und die Gewerbesteuerumlagen und die Beteiligung am Fonds Deutsche Einheit mit 1,1 Millionen Euro zu Buche. Die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen sind mit 3,6 Millionen Euro veranschlagt.

Ein erheblicher Kostenfaktor für die Stadt, so hieß es am Donnerstag im Rat, seien wichtige Investitionen. Für die städtische Infrastruktur seien diese unverzichtbar. Die Sporthalle in Albersloh schlägt mit 2,1 Millionen Euro zu Buche.

Weitere Hintergründe in der Ausgabe vom 14. Dezember 2012

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