Ungeplanter Heimaturlaub im Krankenhaus
Am Heiligen Abend flog Bischof Martin Happe nach Sendenhorst, wo er drei Tage später im St.-Josef-Stift operiert werden musste. Bis zum 28. Januar ist er nun im Reha-Zentrum.

Seit längerem plagten ihn starke Schmerzen im Bein. So stark, dass er am 24. Dezember um 9 Uhr morgens entschied, nach Deutschland zu fliegen. Statt in seinem Bistum Nouakchott/Mauretanien am Altar zu stehen, saß er am Heiligen Abend im Flieger und stand am 25. Dezember morgens um 10 Uhr im St.-Josef-Stift in der Ambulanz. Es war nicht die Hüfte, die die Schmerzen verursachte, sondern ein Bandscheibenvorfall, der Nerven abklemmte. Am 27. Dezember folgte die Operation, damit keine irreparablen Schäden zurückbleiben.

Bis Ende Januar weilt Bischoff Happe noch in Sendenhorst, eigentlich zu kurz für die dreimonatige Heilphase, ehe die Anschlussrehabilitation beginnen darf. Doch in Absprache mit Dr. Christian Brinkmann, dem Chefarzt der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie, darf er die Zeit bis zum Rückflug nutzen, um mit einem behutsam dosierten Individualtraining im Reha-Zentrum wieder auf die Beine zu kommen. Die Gehstützen stehen schon in der Ecke.

Die Therapie wird er in seiner afrikanischen Wahlheimat nach den Anweisungen der Sendenhorster Therapeuten fortsetzen. Derweil hält Bischof Happe in seinem eher unfreiwilligen Heimaturlaub täglich Kontakt mit seinem Bistum, in dem ein gutes Dutzend Priester und etwa 25 Ordensschwestern wirken. In der Diaspora des islamisch geprägten Mauretanien sieht er die Aufgabe nicht darin, die Katholiken zu betreuen, sondern mit ihnen zusammen als Familie die Kirche Mauretaniens zu sein. Mit einem Schmunzeln erzählt er über die Begegnung mit Prälat Wissing, der vor vielen Jahrzehnten die Bedeutung der Ordensschwestern erklärte: „Wenn Sie eine Ordensschwester ganz allein mitten in der Sahara mit einem Regenschirm als einzigem Ausrüstungsgegenstand aussetzen, dann müssen Sie unbedingt ein Jahr später dort wieder vorbeischauen.

In der Zwischenzeit wird die Schwester ein funktionstüchtiges Krankenhaus auf die Beine gestellt haben.“ Dem Geistlichen ist es wichtig, dass die Projekte in seinem Bistum nicht am grünen Tisch geplant werden, sondern aus den gestellten Herausforderungen des Landes und der Zeit erwachsen. Menschen für die Sache zu begeistern und Mittel zu organisieren – so wirkte er mit, um eine Tageseinrichtung für 50 schwerbehinderte Kinder und deren Mütter aufzubauen.

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