Windkraftgegner gewinnen Bürgerbegehren
Bild: Westhues
Jubel gab es Sonntagabend bei den Gegnern des geplanten Bürgerwindparks Weißer Berg: Mit einer Mehrheit von 54,6 Prozent der 7409 abgegebenen Stimmen setzten diese sich beim Bürgerentscheid durch. In den Armen lagen sich nach der Auszählung der letzten Stimmzettel Carmen Steinhoff (in schwarzer Kleidung) und Anneliese Schulze Horstrup.
Bild: Westhues

So hat das Lager der Windpark-Gegner bei der Abstimmung am Sonntag 3994 Stimmen auf sich vereint (54,63 Prozent der abgegebenen Stimmen), die Befürworter haben 3317 Stimmen erhalten. Die Anhänger der Bürgerinitiative „Pro Landschaft Sendenhorst“ köpften direkt nach der Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses im Sozialraum der Westtorhalle eine Flasche Sekt und lagen sich in den Armen.

„Zwei Jahre haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt, die Arbeit hat sich gelohnt. Der Bürger ist unserer Meinung“, lautete das Fazit von Carmen Steinhoff, Mitglied der Bürgerinitiative. Die weitere Aufgabe der Gruppe sieht sie darin, ein Auge darauf zu haben, dass die Verwaltung diesen Bürgerwillen nun auch umsetzt. In anderen Bereichen politisch weiterzuarbeiten, sei nicht das Ziel der Initiative.

Enttäuschung herrschte hingegen im Lager der Befürworter des Bürgerwindparks. „Wir haben mit Sachargumenten gearbeitet, unsere Konkurrenten mit Emotionen. Wir haben es nicht geschafft, die Mehrheit mit unseren Argumenten zu erreichen“, lautete das nüchterne Fazit von Theo Niestert. Der Landwirt bedauerte, dass das Ergebnis der Wahl trage nicht dazu beitrage, dass man das Ziel erreiche, sauberen Strom zu erzeugen.

„Für die Zukunft kann es nicht heißen, man wolle zwar Strom aus erneuerbaren Energien, nur gewonnen werden solle er aber nicht vor der eigenen Haustür“, monierte er. Niestert und die übrigen acht Mitglieder der GbR Windenergiegesellschaft Weißer Berg wollen künftig in jedem Fall weiter an ihrem Ziel arbeiten, Windräder zu positionieren. Für die rund 60 Sendenhorster, die die Auszählungen der Stimmen zum Bundestag und zum Bürgerentscheid im Sozialraum der Westtorhalle mit verfolgten, entwickelte sich ein unterhaltsamer Abend. Die Mitarbeiter der Stadt um Wolfgang Huth informierten die Anwesenden über die Auszählungen in den elf Wahllokalen. So ging die erste Runde an die Befürworter, doch die folgenden acht Bezirke sicherten sich, wenn auch knapp, durchweg die Windkraftgegner. Dieser Vorsprung war zum Ende hin für die Befürworter des Projekts nicht mehr aufzuholen.

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