Aktuelle Anmeldezahlen geben zu denken
Bild: Husmann
Nur noch eine Klasse mit voraussichtlich 19 Schülern kann nach den Sommerferien an der Konrad-Adenauer-Schule begrüßt werden. Das wurde am Dienstag im Rat verkündet.
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„Das sollte uns nachdenklich machen“, fügte er hinzu. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten sich noch 33 Schüler an der Konrad-Adenauer-Hauptschule angemeldet, zehn kamen dabei Gemeinden. Somit konnten zwei Eingangsklassen gebildet werden. Zum kommenden Schuljahr wird es nur noch eine Klasse sein.

Einbußen bei den Anmeldezahlen muss auch die Geschwister-Scholl-Realschule hinnehmen. Hier können mit 64 angemeldeten Schülern (darunter zehn Auswärtige) nur noch zwei Klassen gebildet werden. Zum Schuljahr 2011/2012 waren es 73 Schüler – das ergab drei Klassen.

Auch am Gymnasium Johanneum haben sich weniger Schüler für den Besuch der fünften Klasse angemeldet. Bei 86 Anmeldungen (2011 waren es 92) können aber weiterhin drei Klassen unterrichtet werden. Wie im Vorjahr kommen 46 angehende Gymnasiasten aus umliegenden Kommunen.

Ebenso wurden die Zahlen für den Grundschulverbund vorgestellt. 52 Anmeldungen liegen für Wadersloh vor (zwei Klassen), 25 für Liesborn und 21 für Diestedde (jeweils eine Klasse).

Lösungorientiert entscheiden - „bevor es andere tun“

Diskutiert oder mit näheren Informationen versehen wurden die vorgestellten, vorläufigen Anmeldezahlen während der Ratssitzung nicht. Auf Nachfrage der „Glocke“ machte der Bürgermeister deutlich, dass man jetzt die Gelegenheit nutzen müsse, über die Entwicklung des Bildungssystems in der Gemeinde zu sprechen und lösungsorientiert zu entscheiden – „bevor es andere tun“. Er habe den Eindruck, dass keine Ratsfraktion diesen Weg scheue. Bereits im nächsten Schulausschuss am 9. Mai werde die Thematik auf der Tagesordnung stehen.

Er rechne damit, dass sich sowohl die Anmeldezahlen für die Hauptschule als auch für die Realschule noch leicht nach oben korrigieren werden – eine Zwei- beziehungsweise Dreizügigkeit würde daraus aber sicher nicht mehr. „Jeder kennt die Prognosen, das war in gewisser Weise zu erwarten“, machte Thegelkamp deutlich.

Verwaltung prüft Möglichkeiten

Letzter Stand der Dinge in Sachen Schulpolitik ist der im Juli vergangenen Jahres verabschiedete Beschluss, dass die Verwaltung die notwendigen organisatorischen Schritte zur Einrichtung einer Sekundarschule oder eines vergleichbaren Schultyps vorbereitet. Nach einer Elternbefragung und der Beteiligung der Schulkonferenz werde das weitere Verfahren abgestimmt.

Augenblicklich breche nichts zusammen, aber die Entwicklung müsse längerfristig betrachtet werden und dränge zum Handeln, so Bürgermeister Thegelkamp weiter. Die Sekundarschule sei seiner Meinung nach die Schulform, die der Hauptschule gemeinsam mit der Realschule ein neues Gesicht geben könne, bezog er Position. Mit der Schulreform in NRW habe man nun – anders als im Vorjahr – die Basis für eine zielgerichtete Diskussion.

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