Ausstellung thematisiert „Übergänge“
Bild: Husmann
„Die Stimmung kippt“ heißt das Gemälde von Fritz Risken in der Themenausstellung des Kreiskunstvereins Beckum-Warendorf, die am Sonntag, 5. März, eröffnet wird. Dazu laden Dr. Bennie Priddy, Stellvertretender Vorsitzender, und Geschäftsführerin Silvia Fassel ein.
Bild: Husmann

„Übergänge sind ein Teil des Lebens. Sie können fröhlich oder traurig sein, schnell oder langsam“, sagt Dr. Bennie Priddy, Stellvertretender Vorsitzender des Kreiskunstvereins. Bewusst habe man das Thema offen gehalten, um den Künstlern zu ermöglichen, in ihrer eigenen Arbeitsweise Beiträge zu liefern, ergänzt Geschäftsführerin Silvia Fassel.

Rund 100 Werke von 42 Künstlern bieten eine breite Palette an künstlerischer Herangehensweisen – von der Malerei über die Grafik bis hin zu Fotografie, Skulptur oder Installation. Letztere hat Susanne Nahrath beigesteuert. Ihre Holzwippe balanciert – aktuell zum Zeitgeschehen – zwischen den Polen Diktatur und Demokratie. „Benutzung auf eigene Gefahr. Eltern haften für ihre Kinder“ ist doppeldeutig in Leuchtschrift zu lesen.

Durchaus gesellschaftskritisch kommen nicht wenige Werke daher. Gastkünstlerin Kaj Osteroth, gebürtige Beckumerin und Wahlberlinerin, hat Frauenrechtsbewegungen aus verschiedenen Jahrzehnten gezeichnet. Über Demonstration in London (1911), Pretoria (1956), Chicago (1968), Santiago de Chile (1985) führt der Weg hin zum „Women’s March“ in Washington vor einigen Wochen.

Während manche Künstler das Thema „Übergänge“ im wörtlichen Sinne umsetzten, beispielsweise wenn Elke Seppmann unter dem Titel „Welcome“ (Willkommen) eine Grenzstation in Ölfarben malt, finden andere die „Übergänge“ in der Arbeitsweise selbst. Da geht es von expressiv-abstrakt hin zu linear und analytisch, von Licht zu Schatten oder von dichten zu lockeren Strukturen.

Eins habe alle Werke gemeinsam: Sie lassen den Betrachter innehalten, den eigenen Zugang zum Thema finden. Denn der ist vor allem in der Kunst immer subjektiv. „Es ist die Aufgabe der Kunst, dass wir sehen lernen“, bringt es Dr. Bennie Priddy auf den Punkt. Dazu hat er gemeinsam mit Museumstechniker Guido Kaufmann seinen Betrag geleistet, die Bilder thematisch sortiert, auf die Räume verteilt und passend beleuchtet. Für diese wichtige Arbeit könne sie sich kein besseres Team vorstellen, sagt Dr. Jutta Desel, Stellvertretende Leiterin des Museums Abtei Liesborn, mit einem Schmunzeln.

Bis zum 23. April ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Führungen finden an zwei Sonntagen, 19. und 26. März, jeweils ab 15 Uhr statt.

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