Das „Gallische Dorf“ probt Aufstand
Bild: Fernkorn
Die Initiatoren (Klassenpflegschaftsvorsitzenden) G 9 für Alle: (v. v. l.) Annika Fechler, Rita Jungnitz, Thorsten Gövert, Anke Hammen und Susanne Luster-Haggeney.
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 „Für das G 8 entschieden sich die Politiker 2011 gegen Widerstände und ohne die Eltern, Schüler und vor allem Lehrer beteiligt zu haben“, äußerte Gövert seinen Unmut vor den anwesenden Eltern und Schülern. Nach heftigen Protesten von Eltern- und Lehrerverbänden hat die jetzige Landesregierung eine Rolle rückwärts gemacht und das Abitur nach neun Jahren wieder eingeführt. Dies aber erst für die 5. und 6. Klassen ab dem Schuljahr 2019/2020.

„Für die Schüler der jetzigen Klassen fünf bedeutet das aber, dass sie im Bildungsgang G 8 verbleiben müssen“, erklärte Gövert. Bei einer Umfrage unter den Eltern und Schülern hätten sich am Johanneum 98 Prozent für G 9 ausgesprochen, erläuterte Gövert. Gemeinsam mit Schulleiter Hans-Jürgen-Lang, der die Initiative der Eltern unterstützt, versuchen nun die Bewohner des Gallischen Dorfes Wadersloh zu erreichen, dass ihre Kinder auch in den Genuss von G 9 kommen.

Sie haben schon Kontakt mit der Landeselternschaft aufgenommen, sind dort aber auf wenig Solidarität gestoßen. Auch Schreiben an den Landesschulausschuss und die Wahlkreisabgeordneten wurden versandt. Unter der Überschrift „300 000 Kinder nicht ausschließen – Wechsel zu G 9 in NRW beschleunigen“ richtet sich eine Petition. Diese wurde bereits 15 000 Mal unterschrieben und an die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer geschickt.

„Das Absenken auf G 8 war eindeutig der Wirtschaft geschuldet, die Unis beklagten sich aber anschließend, dass das Niveau der Schulabgänger gesunken sei. Die Entscheidung fiel aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten“, haderte Schulleiter Hans-Jürgen Lang. Zudem seien die Schulabgänger beim G 8 viel zu jung. Die Politik habe kein Interesse, auch den jetzigen 5. Klassen die Möglichkeit G 9 zu ermöglichen.

„Wir wünschen und wollen weiterhin, dass auch unsere Kinder in den Genuss von G 9 kommen, denn es gibt keine sachlichen Gründe, nur monetäre, die dagegen sprechen“, erklärten Lang und Gövert unisono.

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