Ein Schultag mit René Steinberg
Gern gesehener Dauergast in Wadersloh: René Steinberg präsentierte im Gymnasium Johanneum sein neues Bühnenprogramm.

Um Antworten auf die Frage: Wo ist die Freude im Alltag? Und schon die ganze Erscheinung des Künstlers strahlte einen Teil der möglichen Antworten auf diese Frage aus. Ein strahlendes Lächeln, das durchaus geeignet war, unmittelbar auf das Publikum überzuspringen. „Die Welt wird immer bekloppter“, konstatierte Steinberg. „Sich mit Spaß zu entspannen ist ein Mittel, damit fertig zu werden.“

Steinberg ist gelernter Radiosprecher. Die Routine, die er dabei erwirbt, merkt man ihm an. Er kann mit Worten nicht nur umgehen. Er kann mit ihnen jonglieren. Aber eben nicht nur aus der Distanz des Studios zum Hörer. Seine Bühnenpräsenz schaffte sofort den Kontakt zu den Zuschauern. Er fand ihn mit Leichtigkeit. Eine Kleinigkeit für ihn, das Publikum dazu zu bringen, den Rhythmus zu einem Rap zu klatschen, in den er einstieg; oder mit Teilen seiner Zuhörer den Dialog zwischen Elternteil und Lehrer beim Elternsprechtag zu improvisieren. Seine Themen waren mal von leichter Unterhaltsamkeit, mal waren sie mit eindringlichem Ernst vermittelt. Etwa wenn er von den Gepflogenheiten der Schreiber in den sozialen Medien sprach. Sie zeugen oft von Wut, stellte er fest. Aber er zweifelte die Effektivität von neuer, vielleicht eigener Wut an als Entgegnung auf dieses Fehlverhalten, das im Netz alltäglich geworden ist.

Wie also solchen Erscheinungen begegnen? Steinberg zog eine Verbindung zwischen Humor und Demokratie. Populisten, stellte er fest, kennen kein Lachen. Aber eine Veränderung des Fokus, auf den man mit Satire oder einfach auch nur mit Heiterkeit die Gedanken lenkt, kann ein wirksames Mittel sein, sich gegen sie zu wehren. René Steinberg erwies sich als vielseitig. Er bewegte sich gelegentlich auf der Bühne mit der eleganten Leichtigkeit eines Tänzers. Er parodierte Künstlerkollegen. Wenn auch nicht immer so ganz gekonnt. Nicht ganz zufriedenstellend eingebunden in den Rahmen des Programms erwies sich sein Ausflug in die Sprache deutscher Schlager. Dagegen war sein Version des „Faust“, die er unter Mitwirkung des gesamten Publikums inszenierte, gelungen.

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