Eltern äußern Bedenken in offenem Brief

„Wir finden, dass mit zweierlei Maß gemessen wird“, kritisieren die Liesborner Eltern. In einem offenen Brief an Bürgermeister, Fraktionen und Bezirksregierung machen die Mütter und Väter nun ihrem Unmut Luft und teilen ihre Bedenken mit. „Statt eine gute Grundlage für alle Schüler des Grundschulverbundes in kleinen Klassen mit zirka 23 Kindern zu garantieren, ruht die Gemeindeverwaltung sich auf der Standort-Erhaltung für Diestedde aus“, schreiben sie und beklagen ein „sehr intransparentes Kommunikationsverhalten der Gemeindeverwaltung“.

Mangelnde Aufklärung

Über die gesamte Situation seien die betroffenen Eltern in Diestedde und Liesborn zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Gegebenheiten informiert worden. Nicht nur das: Als die Eltern aus den Außenbezirken am 21. Januar zu einem Gespräch mit der Verwaltung eingeladet wurden, seien diese völlig ahnungslos über die prekäre Anmeldesituation in das Gespräch gegangen. Die Diestedder Eltern wiederum seien ebenfalls über die Einschulungssituation noch nicht informiert gewesen. „Nur auf Drängen der Liesborner Familien wurde dann ein Brief an alle Eltern des Grundschulverbundes versandt“, heißt es in dem offenen Schreiben, das der „Glocke“ vorliegt. Der Ton dieses Briefes habe in Liesborn aber zu weiteren Irritationen geführt. „Die Konzentration der Verwaltung ist auf den Erhalt des Standortes Diestedde gerichtet – egal, welche Argumentationskette für den Standort Liesborn erbracht wurde“ beschreiben die Erziehungsberechtigten den Eindruck, den sie daraus gewonnen haben.

Unbehagen nach Ratssitzung

Ihr Unbehagen sei in der Ratssitzung am 6. Februar noch verstärkt worden, als sie von der Sondergenehmigung für eine 14er-Klasse in Diestedde erfahren hätten. „Natürlich ist es politisch gesehen wichtig für die Gemeinde, an allen Standorten eine Grundschule zu erhalten. Diese Grundschule ist für den Standort Diestedde allerdings nicht in Gefahr. Wie bereits seit Jahren bekannt, werden nur in diesem kommenden Schuljahr die nötigen Schülerzahlen nicht erreicht. Es handelt sich also um eine echte Ausnahme-Situation“, betonen die Liesborner und fordern, dass eine Lösung der aktuellen Situation nicht zu Lasten ihrer Kinder gehen darf.

(Lesen Sie mehr zum Thema in der Samstagsausgabe der „Glocke“)

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