Evangeliar Liesborn fährt in Klimatresor
Bild: Edelkötter
So wird der neue Museumseingang: (v. l.) Waderslohs Bürgermeister Christian Thegelkamp, Museumsleiterin Dr. Elisabeth Schwarm, Landrat Dr. Olaf Gericke und Planer Christian Oberteicher zeigen ihn.
Bild: Edelkötter

Das Herzstück der Sammlung, das 2017 wiedererworbene Liesborner Evangeliar, soll in einem sakral anmutenden Raum ausgestellt werden – eingerahmt von modernster Technik, umspielt von Chorgesang des 11. Jahrhunderts.

Die Neukonzeption wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt. Die Kosten für den ersten beziffert die Kreisverwaltung mit 1 950 000 Euro. Der Großteil wird aus Drittmitteln finanziert.

Mit einer 25-minütigen Präsentation stellten Christian Oberteicher (Planungsbüro DBCO) und Dr. Elisabeth Schwarm (Leiterin des Museums) den Mitgliedern des Kreis-Kulturausschusses und des Kreis-Bauausschusses vor Ort die Planung vor. Auch der Gemeinderat Wadersloh war eingeladen.

Eine Sorge wurde vielen sofort genommen. Der historische Haupteingang bleibt erhalten, wird zukünftig aber nur als Zugang zum Festsaal genutzt. „Er ist das Gesicht der Abtei und eins der am häufigsten fotografierten Motive“, sagte der Landrat. Das neukonzipierte Museum wird vielmehr seinen Eingang im Nordflügel erhalten. Dort, wo eine schmucklose und sanierungsbedürftige Treppe ins Haus führt, wird eine ebenerdige Doppeltür gebaut. Sie bringt den Besucher in einen lichtdurchfluteten Raum, über den er mit Fahrstuhl oder Treppe in den ersten Stock, die Ebene des Haupteingangs, gerät.

Der Museumsgast betritt den Prolograum und erfährt, multimedial und mehrere Sinne ansprechend, viel über das Museum. Weiter geht es in einen Umgang – spärlich ausgeleuchtet, um das Auge an eine relative Dunkelheit zu gewöhnen. Denn, und das ist dem Wert des Evangeliars geschuldet, die Hauptattraktion wird in einem etwa sieben Meter hohen, schwach beleuchteten Raum präsentiert – oder besser inszeniert.

„Das Evangeliar hat den Rang eines nationalen Kulturguts. Es darf nicht beschädigt, nicht verkauft oder aus Deutschland ausgeführt werden. Entsprechend geschützt muss es werden“, erläuterte Oberteicher. Konkret: Das Buch verträgt maximal 50 Lux Licht in 24 Stunden. Um es vor Diebstahl, Feuer oder Wasser zu schützen, wird es abends in einen Klimatresor gefahren.

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