Expertin beleuchtet Familiennamen
Bild: Giebat
Ein schmucker Torbogen auf dem Hof Konert an der Langenberger Straße zeugt von alten Zeiten. Um die Geschichte von Familiennamen aus Wadersloh ging es am Dienstagabend bei einem Vortrag im Rathaus, zu dem VHS und Heimatverein gemeinsam eingeladen hatten.
Bild: Giebat

 Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatten die VHS Beckum- Wadersloh und der Heimatverein Wadersloh. Der Geschichte von Namen nachzugehen, bedeutet regelrechte Detektivarbeit. Ein vollständiges Namensverzeichnis für Deutschland existiert nicht. So werden deshalb alte urkundliche Erwähnungen oft mit aktuellen Telefonbüchern abgeglichen. Diese sind zwar aktuell, aber auch nicht vollständig. Aber gerade diese Unsicherheiten seien einer der Reize für alle, die sich diese Forschung zur Aufgabe machten. So wie die Kommission für Mundart- und Namensforschung Westfalens in Münster.

 Auf dieser Grundlage hatte Roolfs die häufigsten Namen in Wadersloh aufgelistet: Westbomke, Müller, Bücker, Schnitker, Scholz, Kammermann, Westkemper, Stuckenschnieder, Funke, Becker und Weber führen diese Liste an. Sie lassen sich aufgliedern in Wohnstättennamen wie Westbomke, als der am Bach wohnt, Berufsnamen wie Weber oder Becker, oder auch in solche, die etwas über den Stand seines Trägers aussagten, wie Scholz in der Bedeutung von „Schultheis“.

Die Übersicht dieser Namen aus Wadersloh ergibt etwas Interessantes, wenn man ihre Verbreitung mit ihrer Häufigkeit in ganz Deutschland vergleicht.

Wadersloh ist ein sogenanntes Nest für die Namen Westbomke, Schnittker und Kammermann. Das bedeutet, nirgendwo sonst kommen diese Namen so oft vor wie hier. Durchblättert man heute etwa das Telefonverzeichnis von Wadersloh, muss man damit rechnen, dass Namen aus mittelalterlicher Vergangenheit nicht mehr in der ursprünglichen Schreibweise verzeichnet sind. Als einen Grund dafür bezeichnete die Referentin Lautverschiebungen.

Wadersloh liegt im niederdeutschen Sprachgebiet. Alte Wadersloher Namen sind demnach sprachhistorisch niederdeutsche, also plattdeutsche Namen. Sie wurden ursprünglich anders geschrieben

.Im Rahmen der Lautverschiebung veränderten sich etwa p, t oder k des Niederdeutschen zu weicheren pf, ff, ts oder ch. Entsprechend änderte sich dadurch auch die Schreibweise der Namen.

 

SOCIAL BOOKMARKS