Geschichte begann als Mütterverein
Das fünfköpfige Frauen-Team, das heute die KFD St. Josef in Bad Waldliesborn leitet, besteht aus (v. l.) Mechthild Lütke-Bornefeld, Anne Schaaf, Cordula Spiekermann, Christa Heitzig und Mechthild Knepper.

Am 13. September 1919 ist mit Franz Beermann der erste katholische Geistliche nach Bad Waldliesborn gekommen. Vom Bischof in Münster wurden ihm die Aufgaben eines Hausgeistlichen im Kinderheim Haus Carola und gleichzeitig die Seelsorge an der dortigen St.-Paulus-Kapelle zur Kluse übertragen. Bereits am 5. Oktober 1919 lud er des Morgens in den heiligen Messen alle Frauen und Mütter zu einer wichtigen Versammlung auf den Nachmittag nach der Andacht in der Kapelle ein. Das war der Startschuss für den damaligen Mütterverein. In einer mitreißenden Predigt überzeugte er die erschienenen Mütter und Frauen, einen Mütterverein, den es in dieser Zeit in der Kapellengemeinde Suderlage noch nicht gab, ins Leben zu rufen.

Begeisterung war groß

Die Begeisterung unter den Müttern war groß. Noch am gleichen Nachmittag ging es an die Wahl von Präfektin und Vorstandsmitgliedern. Als erstere wurde Frau Schnitker, die Ehefrau des damaligen Küsters, erkoren. Der erste Eroberungszug der Bezirksvorsteherinnen brachte gleich 103 neue Mitglieder. Fast alle Frauen des Kapellenbezirks waren dem neuen Verein beigetreten. Schon bald kam den Frauen eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinde zu. Ihr Glaube und ihre aktive Arbeit in der Gemeinde waren ein Segen für die Rektoratsgemeinde, die später auch noch besonders durch den Neubau der St.-Josef-Kirche dokumentiert wurden. Es erfolgte die schriftliche Beantragung der kanonischen Anerkennung des Vereins durch Pfarr-Rektor Franz Beermann beim Generalvikariat des Bistums Münster.

Bischof erkennt Mütterverein an

Am 3. Februar 1920 wurde der neue Mütterverein (heute Katholische Frauengemeinschaft Deutschland, St. Josef, Bad Waldliesborn), durch den Münsteraner Bischof Dr. Johannes Poggenburg anerkannt, sodass diese am Sonntag, 2. Februar, ihren 100. Geburtstag feiern kann. Trotz der teuren Zeiten in den 1920er-Jahren regte Rektor Beermann an, eine Fahne für den neuen Verein zu beschaffen. Der Gedanke fing Feuer und man begann zu sammeln. Eine Offerte von den Franziskanerinnen in Salzkotten forderte für eine Fahne 1800 Mark, viel Geld damals. Das Ergebnis der Sammlung war aber so gut, dass man die Bestellung einer neuen Fahne wagen konnte. Am 29. Januar 1921 war die Fahne fertig und bereits am 6. März 1921, dem vierten Sonntag in der Fastenzeit, wurde die Fahne feierlich eingeweiht. Sie hängt heute in einer Glasvitrine im Pfarrheim „Die Brücke“, um sie zu schonen und vor Umwelteinflüssen zu schützen. Für die jetzigen öffentlichen Auftritte ist inzwischen eine neue Fahne angeschafft worden.

Jubiläum wird gefeiert

Im Laufe der vergangenen 100 Jahre entwickelte sich in Bad Waldliesborn ein überaus reges Vereins- und Verbandsleben mit festen, immer wiederkehrenden, selbst vorbereiteten Gottesdiensten, mit Besinnungstagen, Ausflügen, Fahrradtouren, dem regelmäßig stattfindenden Frauenfrühstück, Karnevalsfeiern und vielen weiteren Aktivitäten. Die Frauengemeinschaft erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Die mehr als 300 Mitglieder der KFD St. Josef freuen sich auf den bevorstehenden 100. Geburtstag, der am Sonntag, 2. Februar, mit einem Festhochamt in der St.-Josef-Kirche seinen Höhepunkt erreichen wird. Nach dem Jubelgottesdienst lädt das Team der Katholischen Frauengemeinschaft alle Mitglieder zu einem Sektempfang im Pfarrheim „Die Brücke“ ein, um das Jubiläum gebührend zu feiern.

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