Geschichte von Hof Bönhoff endet abrupt
Bild: Edelkötter
Reinhold Sudbrock aus Beckum befasst sich seit einigen Jahren mit seiner Familiengeschichte und der seiner Frau. Nun hat er ein 143 Seiten dickes Buch über einen Wadersloher Hofs verfasst.
Bild: Edelkötter

Bei Kaffee und Plätzchen stellte er es auf dem ehemaligen Hof Bönhoff, heute Duffe, vor. Die geschriebene Geschichte beginnt mit einer Urkunde aus dem Jahr 1485. Da wurde der Hof von Thonies von Berdinckhusen an Jasper von Oer verkauft, dessen Familie zu diesem Zeitpunkt auch die Güter Haus Geist und Nottbeck besaß. Davor gehörte der Hof Bönhoff der Familie von Ekelenberen (Eickelborn).

„Der Hof dürfte also schon um 1400 bestanden haben“, vermutet Reinhold Sudbrock. Zu Haus Geist gehörten damals zirka 100 Bauernhöfe. Das seien durchweg leibeigene Bauern, in Westfalen auch „Eigenhörige“ genannt, gewesen. „Die Verwaltung von Haus Geist hatte eine gute Aktenführung. Die Akten und Urkunden sind meist gut erhalten, allerdings oft schwer lesbar. Daraus lässt sich aber das Leben und Sterben der Menschen auf dem Hof gut nachvollziehen“, schildert der Buchautor. Ein Punkt: Die von den Bauern zu leistenden Abgaben und Dienste sowie die vom Landesherrn geforderten Schatzgelder seien eine große Bürde gewesen. „Besonders die Sterbgelder waren für die Bauern eine Last. Starb nämlich der Bauer oder die Bäuerin, gehörte die Hälfte des Bauernvermögens dem Grundherrn“, beschreibt Sudbrock. 1528 sei in Beckum ein Erbtag abgehalten worden mit dem Ergebnis, dass dem verstorbenen Bauern „ein Bettgestell, ein alter Rock, ein paar alte Hosen und ein altes Leinenwams“ gehörte“. „Davon entfiel noch die Hälfte (in Geld) an den Grundherrn“, weiß der Autor aus Beckum jetzt.

In Folge des Dreißigjährigen und des Siebenjährigen Kriegs war der Hof Bönhoff mit mehr als 1000 Reichstaler stark verschuldet. Das Geistliche Hofgericht in Münster bestimmte Geld- und Kornleistungen zur Abtragung der Schulden durch die Bönhoffs. Inzwischen hatte ein Erbe von Haus Geist sein gesamtes Vermögen, auch alle Höfe, dem Jesuitenorden vermacht. Durch die Auflösung des Ordens 1773 durch den Papst fiel alles an das Fürstbistum Münster, auch der Hof Bönhoff. Dem widerfuhr 1836 ein böses Schicksal. Wegen der Säkularisierung gehörte er zu diesem Zeitpunkt dem Preußischen Staat und war mit 43 Reichstalern verschuldet. Der Hof wurde zwangsversteigert.

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