Geschockt von Hakenkreuzen auf Auto
Die Beckumerin Maria A. kann es immer noch nicht glauben: An allen Seiten, auf allen Scheiben des Wagens sind vor rund zwei Wochen Hakenkreuze eingeritzt worden. Obendrein gab es bei der Polizei im Kreis Warendorf auch noch eine Übermittlungspanne, so dass der Vorfall erst recht spät beim Staatsschutz in Münster einging, wo er jetzt behandelt wird. Bild: dpa

Langsam nähert sie sich dem fast neuen Fahrzeug, begutachtet den hohen Sachschaden und ist fassungslos. Wer macht so etwas? Warum bei mir? Ist das persönlich gemeint oder ein makaberer Nachkarnevals-Scherz? Sind auch andere Menschen von dem Vandalismus betroffen? Tausend Fragen schießen ihr durch den Kopf.

Anzeige erstattet

Antworten hat sie auch fast zwei Wochen später nicht gefunden. „Was da passiert ist, kann ich immer noch nicht glauben und verstehen“, sagt sie und gesteht, dass neben Sprachlosigkeit und Wut auch Unbehagen und Angst geblieben sind. 

Noch am Dienstagmorgen, 25. Februar, war die Wadersloherin sofort zur Polizei gefahren, um Anzeige zu erstatten. Mittwoch und Donnerstag suchte sie in unterschiedlichen Medien vergebens nach einem Hinweis auf die Straftat. „Ich hatte auf eine Meldung mit Zeugenanruf gehofft“, sagt die Frau enttäuscht. Sie macht sich erneut auf den Weg zur Polizei. „Dort hat man mir gesagt, dass der Fall beim Staatsschutz liegt und der zuständig ist. Wenn es keine Veröffentlichung gibt, dann wohl aus diesem Grund. 

Aber das verstehe ich nicht. Will man so vermeiden, dass sich diejenigen, die das getan haben, mit ihrer Tat auch noch brüsten können?“, wundert sich die Wadersloherin. 

Fall beim Staatsschutz

Die „Glocke“ hat daher am Mittwoch beim Staatsschutz in Münster nachgefragt. Verblüffendes Ergebnis: Bis zu diesem Zeitpunkt war der Fall dort gar nicht bekannt. Der Behörde lagen gar keine Hinweise vor. Eine Rückfrage bei der Kreispolizeibehörde brachte schließlich Licht ins Dunkel: Bei der Übermittlung des Vorgangs soll etwas schief gelaufen sein. „Erst fehlte eine Formalie, dann sind die Daten auf dem digitalen Weg irgendwie hängengeblieben. Jetzt ist der Vorgang aber auf dem Weg“, betonte Polizeisprecher Peter Spahn.

Warum das alles mehr als zwei Wochen dauerte, konnte er im Gespräch mit der „Glocke“ nicht erklären. Warum ein Fall, bei dem ein rechtsextremistischer Hintergrund vermutet werden könnte, nicht mit Hochdruck behandelt wird, ebenfalls nicht. Dass die „unglückliche Verzögerung“ für die Betroffenen belastend ist und dadurch wichtige Tage verstrichen sind, um den Vandalen und ihren Motiven auf die Spur zu kommen, das konnte sich Spahn jedoch gut vorstellen.

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