Harmonie von Worten, Farben und Musik
Bild: Wilmsen
Künstlerisches Duo in Harmonie: (v. l.) Kantorin Elena Borisovets (Orgel) und Akio Ogawa-Müller (Trompete) begeisterten das Publikum am Sonntag in der festlich beleuchteten Pfarrkirche in Wadersloh. Das besondere Konzert war aus Anlass der Kirchweihe vor 120 Jahren veranstaltet worden.
Bild: Wilmsen

Nach den festlichen Eröffnungsklängen aus Händels „Salome“ beschrieb das Programm einen weiten Bogen vom Barock bis in die Gegenwart. Und allemal war das virtuose Duo mit imponierendem Feingefühl und technischer Perfektion zur Stelle. Schon in den vier kontrastreichen Sätzen von Tomaso Giovanni Albionis C-Dur-Konzert gelangen dem Solotrompeter überzeugende Talentbeweise, vor allem in den schnellen Sätzen des Werkes. Der im Detmolder Orchester wirkende Trompeter beeindruckte durch Tongestaltung von seltener Reinheit und Präzision und gefiel durch perfekte Stütz- und Stoßtechnik.

Ihm gelangen wunderbare dekorative Verzierungen. Und als er sich aus gesicherten barocken Gefilden zu neuen Ufern wagte, bewies er im gefühlvollen Du-Style-Solo von Theo Charlier, dass die hohe Trompete sich durchaus auch als Kammermusikinstrument versteht. Ihm assistierte im zurückhaltenden Orgelpart Elena Borisovets, sofern sie sich nicht selbst solistisch mit farbiger Registertechnik zu Wort meldete oder gar zur Orgel ihre wunderschön modulierende Sopranstimme in Max Regers Maria-Opus hören ließ.

 Als eher ungewohntes Hörbild kam Johann Sebastian Bachs viel strapazierte „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 daher, diesmal mit Solotrompete anstelle der sonst eher gewohnten Streicher. Elena Borisovets Orgelsoli gipfelten in den rhythmischen Akkordfolgen von Charles Maria Widors Toccata aus der Orgelsymphonie Nr. 5 op.42, ehe die Künstler mit dem Alleluja aus Mozarts „Exultate, jubilate“ den festlich-frohen Schlusspunkt setzten. Spontaner Beifall der Zuhörer brandete auf, als das Duo sich im Kirchenschiff vorstellte und mit Blumen beschenkt wurde.

In seinem Grußwort hatte Pastor Martin Klüsener auf den Wadersloher Geistlichen Gerhard Wenker hingewiesen. Er hatte vor 120 Jahren die Baugeschichte der St.-Margareta-Kirche chronologisch aufgelistet. Zur Kirchweihe vor 120 Jahren hatte der Heimatverein für eine stimmungsvolle Illumination gesorgt. Hans-Josef Kellner trug Passagen aus dem Baubuch Wenkers vor. Wenker hatte damals gehofft: „Die Kirche wird einen prächtigen und erhebenden Eindruck machen“. Er hatte sich gewiss nicht geirrt.

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