Jecken rufen die „Romokratie“ aus
Bilder: Braun
Die „Rathausfrauen“ boten dem närrischen Übernahmeversuch lange Zeit Paroli. Sie tanzten und feierten, was das Zeug hielt. Aber schließlich übernahmen die Narren doch die Macht im Rathaus.
Bilder: Braun

Die Rosenmontagsfreunde bliesen zum fünften Sturm auf das Rathaus. Dabei richteten sich die Romo-Freunde im Wadersloher Rathaus häuslich ein. „Die Demokratie wird ausgesetzt und durch die Romokratie einfach ersetzt“, verkündete Tyrell als Vorsitzender des Karnevalvereins. Doch ganz ernst gemeint war die Bewerbung um das Bürgermeisteramt wohl nicht.

Die Amtsgeschäfte der Gemeinde liegen vorerst nur bis zum Ende der fünften Jahreszeit in den Händen der Karnevalisten. Und so übernahm Werner Tyrell stellvertretend für alle Jecken den großen goldenen Schlüssel des Rathauses. Bürgermeister Christian Thegelkamp blieb nicht viel übrig, als den Machtwechsel mit Augenzwinkern zu verkünden: „Da dank’ ich auch für den Besuch, hier ist der Schlüssel - bewahrt ihn gut!“

Dies ließen sich die Narren nicht zwei Mal sagen. Doch auch selbst hatten die Liesborner Jecken Einiges zu verkünden: Einen Bürgerbus, der Liesborn offenbar vergessen hat, oder Blumenampeln, die an den Straßen nun für Stimmung sorgen.

Doch im Zentrum stand die Frage: Wie viele Sakkos braucht ein Bürgermeister wohl am Tag? Zur Aufklärung wurde eine Bildreihe präsentiert, die Bürgermeister Christian Thegelkamp mit den unterschiedlichsten Kleidungsstücken zeigt. Doch eine abschließende Klärung konnte trotz großem investigativem Aufwand nicht gefunden werden.

Neben den Jecken, die mit einem Reisebus aus Liesborn eingetroffen waren, hatte auch das Rathausteam keine Mühen gescheut, um den närrischen Hausbesetzern stand zu halten. Mit einem Tanz der „Rathausfrauen“ und einer Büttenrede des Bürgermeisters standen sie den Karnevalisten in nichts nach. Das wiederum freute die vielen Jecken aus der Großgemeinde Wadersloh, und beide Parteien einigten sich schließlich auf eine friedliche Übernahme und den anschließenden Abzug zum Rietberger Weiberfastnachtsumzug im Anschluss an die Party im Rathaus.

Ob auch diese närrische Amtszeit dem Votum der Wähler standhalten wird? Vermutlich!

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