Jugendtreffpunkt offiziell eingeweiht
Haben gemeinsam kräftig mitgebaut: (v. l.) Daniel Pielarczyk (Sozialarbeiter), Anita Medic (Sozialarbeiterin), Kai Stirnnagel, Jana Sluka, Christian Schwarz, Daniel Wierzhöfer, Alexandra Konert, Sebastian Konert und Bettina Berenskötter.

 „Früher haben wir uns immer an der blauen Grotte getroffen“, erzählte Daniel Wierzhöfer. „Und dann gab es immer wieder Ärger. Wir waren zu laut. Die Polizei kam. Und es gab noch mehr Ärger“. Daher kam den engagierten Jugendlichen an ihrer Bushaltestelle mitten im Dorf der entscheidende Einfall: „Wir brauchen eine kleine Hütte. Licht müsste drin sein, ein paar Bänke, und es dürfte nicht hereinregnen.“

Gemeinsam mit Anja Carré, Leiterin des Jugendzentrums „Villa Mauritz“, formulierte die Gruppe die Idee weiter aus. Im August 2008 gab es ein erstes Gespräch mit Bürgermeister Theo Westhagemann. Der riet, einen Antrag in den Gemeinderat einzubringen. Dieser Antrag wurde zur Prüfung an die Verwaltung übergeben, um dann erneut im Rat diskutiert zu werden. Und die Kommunalpolitiker waren sich einig, dass die Idee im Prinzip nicht schlecht sei, das gesamte Projekt aber in ein Rahmenkonzept eingebettet werden müsse. Man stellte zwei Streetworker in Wadersloh ein, die zunächst befristet auf ein Jahr die Lage erkunden sollten. Und so warteten die Jugendlichen auf den Abschlussbericht der aufsuchenden Jugendarbeit.

Zwischenzeitlich wurde das Thema von CDU und SPD im Wahlkampf angesprochen. Es gab Argumente für und gegen den Bau, und es wurde über Einschränkungen und Standorte diskutiert. Aber die Jugendlichen von der Bushaltestelle am Kirchplatz hielten an ihrer Idee fest und waren bereit für sie zu werben. Nach der Kommunalwahlkampf folgte ein Wechsel im Rathaus. Schließlich stellte die SPD den Antrag auf Planung und Umsetzung eines Jugendverweilraumes auf dem Gemeindegelände neben dem Bauhof. Dieser Platz entsprach auch der ersten Wahl der Jugendlichen. Denn, so die schlüssige Begründung, er sei genauso weit vom Ortskern entfernt, dass sich niemand mehr gestört fühlen kann, und so nah am Dorf, dass die Anfahrt nicht zu lang ist. Gesagt, getan. Es wurden Sitzungen angesetzt, Sponsoren akquiriert, und dann wurde gebaut.

Ab Juni 2011, gut drei Jahre waren inzwischen vergangen, konnten die Wadersloher Jugendlichen beginnen – unterstützt durch Spenden, Werkzeug und aktive Hilfe vieler Unternehmen und Firmen in Wadersloh. Auch die Polizei befürwortete das Projekt und war bei der Eröffnung anwesend.

 Bürgermeister Christian Thegelkamp freute sich über das Engagement der jungen Leute. Sie hätten ihre Zukunft in die Hand genommen und seien mit Ausdauer für ihre Ziele eingestanden. Auch die Leiterin des Jugendzentrums „Villa Mauritz“, Anja Carré, war von ihren „Kids“ begeistert: „Demokratie funktioniert eben doch. Das ist eine sehr wichtige Erfahrung für alle hier gewesen. Danke dafür.“ Der Leiter des Jugendamtes Kreis Warendorf, Wolfgang Rüting, sprach gar von einem Vorreiterprojekt. „Wenn Jugendarbeit in allen Orten so funktionieren würde wie in Wadersloh, hätten wir viele Probleme weniger.“

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