Juniorwahl-Premiere am Johanneum
Andrang im Wahllokal bei der Juniorwahl im Gymnasium Johanneum: Während andere Schüler sich noch bei den Wahlhelfern ausweisen oder in den Kabinen geheim ihre Stimmen abgeben, haben Lisanne Güth (links) und Dahlia Arora ihre Kreuze bereits gemacht und werfen ihre Stimmzettel in die Wahlurne.

Weiter geht es in die Wahlkabine, damit sie frei und geheim ihre Kreuze für Direktkandidaten und Partei machen können. Die ausgefüllten Stimmzettel kommen schließlich in die Wahlurne.

So wie am Sonntag viele Millionen Menschen bei der Bundestagswahl ihre Stimmen abgeben werden, haben es in dieser Woche schon die Jahrgänge neun bis zwölf des Johanneums bei der Juniorwahl getan. Das Gymnasium nimmt erstmals an dem Projekt teil, wie Lehrer Christian Ringel berichtet.

Das Verfahren ist dabei so eng wie möglich an die Realität angelehnt. Selbst die Stimmzettel sind die auf den Wahlkreis Warendorf zugeschnitten mit den Direktkandidaten Bernhard Daldrup, Reinhold Sendker und Co. Einziger Unterschied: Es steht als Zusatz „Juniorwahl“ darauf. Seit Donnerstag ist die Wahl am Johanneum sogar schon ausgezählt.

Die drei Wahlleiter Nils Betten, Jonas Kruse und Cedrik Haske haben dabei Aufsicht geführt. Wie die Schüler ihre Sympathien verteilt haben, darf allerdings nicht vor Sonntagabend, wenn die echten Wahllokale schließen, veröffentlicht werden. Den Grund erläutert Lehrer Ringel: Die volljährigen Schüler, die tatsächlich wahlberechtigt sind, sollen nicht vom Ausgang der Juniorwahl beeinflusst werden. Vor dem Urnengang hatten sich die Schüler im Unterricht mit Wahlrecht, Parteien und Kandidaten befasst.

Dabei geholfen hat auch das Magazin „Wahl spezial“, das die „Glocke“ zur Verfügung gestellt hatte. Das Juniorwahl-Projekt setzt sich unter anderem zum Ziel, Erstwähler zur Teilnahme an den Wahlen zu motivieren. „Bei den Schülern soll sich einfach festsetzen, dass wählen wichtig ist in einer Demokratie“, erklärt Christian Ringel. Die Wahl solle zum Gesprächsthema werden, unter den Schülern und im günstigen Fall sogar darüber hinaus in den Familien und Freundeskreisen.

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