Klosterleben des Mittelalters fasziniert
Bild: Husmann
Aus Kindern werden Mönche: Beim Ferienprogramm im Museum Abtei Liesborn tauchten 25 Mädchen und Jungen in das Klosterleben des Mittelalters ein.  
Bild: Husmann

 „Das hast du gut erklärt“, lobt sie. Im Raum mit den mittelalterlichen Werken des „Meisters von Liesborn“ fängt eine besondere Führung an. 25 Kinder lernen, wie Mönche und Nonnen in den Klöstern des Mittelalters – und somit auch in Liesborn – gelebt haben.

Von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin erfahren sie, dass Mönche nicht nur viel gebetet, sondern auch viel geschrieben und gezeichnet haben, vor allem aus der Bibel. Und eine komische Frisur, die so genannte Tonsur, hatten die Mönche damals, doch Jutta Desel kann keinen der Jungen dafür begeistern, sich auch so einen Haarschnitt zuzulegen.

Kutten verwandeln Kinder in Mönche

Schließlich kommt die Hauptattraktion: Mit schwarzen Kutten und Kordeln verwandeln sich die Mädchen und Jungen in kleine Mönche. Dass ihre neue Gewandung viel zu groß ist, stört die wenigsten. Und weil die Mönche im Mittelalter sehr wenig gesprochen und sich mit mehr als 100 Handzeichen verständigt haben, bittet Jutta Desel die Gruppe, beim Weg aus dem Museum in die Abteikirche mucksmäuschenstill zu sein. Das schaffen erstaunlich viele und bekommen dafür in der Turmkapelle ein dickes Lob.

Hier fallen die mittelalterlichen Wandmalereien auf. Jutta Desel erklärt, wer darauf zu sehen ist – der Heilige Prophet Simeon mit dem Christuskind auf dem Arm, der Heilige Christopherus. . . Fasziniert hören die Kinder, dass die Gebeine der Heiligen Roswindis, der ersten Äbtissin des um 815 gegründeten Benediktinerinnenklosters (1132 wurde daraus ein Benediktinerkloster), immer noch unter der Kapelle liegen.

Die Geschichte von Cosmas und Damian

Am Altar werfen die Mini-Mönche einen Blick auf den Reliquienschrein des Heiligen Simeons. Ein Knochen aus dem Arm, auf dem Christus getragen wurde, ist darin enthalten. Schließlich erzählt Jutta Desel die spannende Geschichte der Liesborner Schutzpatrone Cosmas und Damian. Mit großen Augen hören die Kinder, wie der römische Kaiser den beiden christlichen Zwillingen, die als Ärzte wirkten, dreimal vergeblich nach dem Leben trachtete.

Dann dürfen die Kinder im Chorgestühl der Abteikirche Platz nehmen. Jutta Desel stimmt an und gemeinsam singen alle ein „Halleluja“. Mit Orgelmusik ziehen die jungen Mönche aus der Kirche aus. In der alten Fachwerkscheune finden sie eine Schreibstube vor und dürfen – ganz wie ihre Vorgänger im Mittelalter – ihrer Arbeit nachgehen.

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