Mädchen lernen, sich zur Wehr zu setzen
Starke Pose, starke Mädchen: 14 Teilnehmerinnen hatten sich für den Selbstverteidigungs-Kursus im Jugendtreff Villa Mauritz angemeldet. Mit viel Spaß wurde das Selbstbewusstsein gestärkt, die Mädchen lernten außerdem einige Handgriffe.

Los ging es mit mehreren Kennenlern- und Selbstdarstellungsübungen, damit zwischen den Mädchen Vertrauen wachsen konnte und Hemmungen abgebaut wurden. Alle waren mit viel Eifer dabei, als es darum ging, den eigenen Standpunkt zu finden und anderen gegenüber Grenzen zu setzten.

Gestärkt wurde der Zusammenhalt in der Gruppe durch Kooperations- und Vertrauensübungen, bei denen Eigen- und Fremdwahrnehmung geschult wurde. Hier musste sich die eine oder andere schon ein wenig überwinden, um zum Beispiel über eine Brücke aus Axtstielen zu gehen, die von den anderen gehalten wurde. Am zweiten Tag wurde ausgiebig über die Definition von Gewalt diskutiert. Dabei fiel auf, dass Gewalt von den Mädchen durchweg unterschiedlich definiert wurde. Einige Mädchen verbanden mit dem Begriff eher den körperlichen Aspekt und ließen die psychischen Verletzungen, zum Beispiel durch verbale Äußerungen oder das Nichtbeachten einer Person außen vor. Hier hörten die Mitarbeiterinnen der Villa Mauritz nicht selten ein „Ach ja, dass gehört ja auch irgendwie dazu“.

 Weiter ging es damit, die Komponente des Kampfes kennenzulernen. Hier konnten die Mädchen in unterschiedlichen Übungen ihre Kräfte messen und als Höhepunkt eine Runde boxen –natürlich mit Körperschutz und Boxhandschuhen. Auch ein paar Befreiungstechniken konnten die Mädchen „mit nach Hause nehmen“. Sie übten, sich aus einem Handgriff oder einem Schwitzkasten zu befreien.

In der Abschlußübung mussten sie das Gelernte einsetzen. Die Mädchen waren von dem Kurs allesamt begeistert und bewerteten ihn in einer Feedbackrunde mit den Schulnoten zwei bis eins plus. Die Mitarbeiterinnen bedankten sich bei der Gruppe für die tolle Mitarbeit und die schöne gemeinsame Zeit.

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