Magen-Darm: Ferienlager abgebrochen
Bild. Kay Osthoff
Rund 60 Einsatzkräfte eilten den erkrankten Kindern und Betreuern des Ferienlagers St. Nikolaus Diestedde zur Hilfe.
Bild. Kay Osthoff

Später stieg die Zahl der erkrankten Mädchen und Jungen laut Gesundheitsamt Olpe sogar auf 22. Ein Betreuer musste zudem stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden.

Entgegen anders lautender Nachrichten ist die Ursache der Massenerkrankung noch nicht geklärt. Fest steht dafür: Das zuständige Gesundheitsamt in Olpe hat keine Beanstandungen, was die Hygiene und den Umgang mit Lebensmitteln im Ferienlager betrifft. Die Behörde gab daher grünes Licht, die Freizeit regulär fortzuführen, und untersucht nun, was die starken Magen-Darm-Beschwerden ausgelöst haben könnte. Im Labor werden Proben unter anderem auf den hochansteckenden Norovirus getestet.

Einige der kranken Mädchen und Jungen waren bereits im Laufe des Montagvormittags nach Hause geholt worden, vor Ort kümmerten sich die gesund gebliebenen Betreuer bis zum Nachmittag mit hohem Einsatz um die verbliebenen Kinder. „Kranke und Nichtkranker wurden getrennt, die Schützenhalle wurde gründlich gereinigt und desinfiziert. Gut, dass vor der Freizeit eine Gesundheitsschulung durchgeführt worden ist“, beschreibt Pastoralreferent Dominik Potthast im Gespräch mit der „Glocke“ die Lage in Kirchveischede und ging zunächst davon aus, dass die Freizeit bis zum Wochenende andauern wird.

Etwa zwei Stunden später die Wende: Die Lagerleitung, auf die seit der Nacht viel eingeprasselt war, auch falsche Medienmeldungen, in denen von Lebensmittelvergiftung geschrieben wurde, beschloss den Abbruch. „Vor Ort reifte die Überzeugung, dass es doch keinen Sinn mehr macht. Die Hälfte der Teilnehmer ist weg, es gibt zu viele Betroffene“, erklärt Potthast diesen Entschluss.

Potthast war am Sonntag selber in der Schützenhalle in Kirchveischede gewesen und hatte den Bergfest-Gottesdienst gefeiert. „Da war alles ganz normal. Nur ein Mädchen klagte über Unwohlsein“, erinnert er sich. Nichts deutete für ihn zu diesem Zeitpunkt auf das hin, was sich in der Nacht ereignen sollte.

Gegen 2.30 Uhr ging laut Polizei Olpe der Notruf ein. Unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ wurden die örtlichen Einsatzkräfte in die Schützenhalle Kirchveischede beordert. Dort kümmerten sie sich um die Erkrankten. Fast 60 Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten waren bis um 6 Uhr morgens im Einsatz. Zwei Kinder wurden für Untersuchungen in ein Krankenhaus gefahren, kamen aber schnell wieder zurück.

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