Museumsnacht ebnet den Weg zur Kunst
Weiß auf Schwarz: Kunst ist Arbeit.

„Die Idee der Museumsnacht ist, dass die Menschen einen ungezwungenen, nahezu spielerischen Zugang zum Museum erhalten,“ erklärte Leiterin Elisabeth Schwarm. Insbesondere für die Menschen aus der Gemeinde sei es wichtig, dass die Museumsabtei als Freizeitmöglichkeit im Gedächtnis bleibe.

Zu Beginn bewies das Liesborner Blasorchester sein Können. Antje Mengelkamp regte die Gäste zur Kreativität an. Bei ihr konnten Karten selbst gebastelt, verziert und beschriftet werden. Dazu wurden dem größtenteils weiblichen Publikum Werkzeuge zur Verfügung gestellt, mit denen es der Trend-Beschäftigung „Lettering“ nachgehen konnte. Lettering ist eine kunstvolle Art, Buchstaben zu gestalten. „Wir möchten hier den Fokus auf das Selbstgeschriebene lenken. Viele tippen im Zuge der Digitalisierung nur noch auf ihrem Computer. Aber die Handschrift kann viel über einen Menschen verraten. Früher haben Graphologen so Charakteranalysen erstellt,“ erklärte Mengelkamp. Sie legte ein Buch aus, das grundlegende Erkenntnisse aus der Schriftuntersuchung vorstellt.

Künstlerin führt durch Ausstellung

Dem interessierten Publikum war es auch möglich, mit der Kunsthistorikerin Jutta Desel und der Künstlerin Miriam Vlaming einen Gang durch die Sonderausstellung „Vertigo“ von Vlaming zu machen. Dabei gab die Berliner Künstlerin Einblicke in ihr Schaffen und Deutungsmöglichkeiten der Kunstwerke. „Wichtig ist mir, dass der Betrachter die Geschichte des Bildes zu Ende spielt.“ Sie selbst trete während des Schaffensprozesses auch in einen ständigen Dialog mit ihrem Werk. Es sei ein Austausch zwischen ihrer Idee und der Vorstellung des Bildes, was wirklich möglich sei und wo es hingehe. „Das letzte Wort habe aber ich. Ich schreibe manchmal Worte in die Bilder hinein. Auf der anderen Seite arbeite ich auch gerne mit dem Titel der Arbeit.“ Dieser könne Spannung erzeugen oder Irritation, aber vor allem dem Bild einen weiteren Sinn geben.

Auftritt des Helene-Fischer-Doubles

In dem sonst so modernen und schicken Neubauambiente trat Petra Schwar als Helene Fischer - Double auf. Sie interpretierte ältere und neue Lieder der Schlagersängerin und betonte: „Das Museum hier ist so schön, das ist Wahnsinn“.

Eine Mischung aus Performance und Kunst zeigte die Studentin der Kunstakademie in Münster, Lisa Tschorn. Sie schrieb eine schwarze Tafel voll mit dem Ausspruch: „Kunst ist Arbeit.“ „Ich finde es spannend, was passiert, wenn ich schreibe und das Publikum zuschaut“. Mit dem geschriebenen Satz wolle sie verdeutlichen, dass Kunst mehr sei, als der Betrachter sieht. Vor allem wolle sie zeigen, dass der Prozess des Verwerfens und Grübelns die Arbeit darstelle. Gleichzeitig stecke aber auch in nahezu jeder typischen Arbeit ein Moment der Entscheidungsfreiheit, der ebenso Kunst sei.

Führung durch die Dosenausstellung

Zum Ende der Veranstaltung gab es noch eine Führung durch die Dosenausstellung. Dabei erklärte Museumsmitarbeiterin Miriam Heidemann die Besonderheiten der verschiedenen Arten der 100 gezeigten Dosen. „Hier sind Puder-, Tabak- und auch Briefmarkendosen vertreten. Sie sind alle unterschiedlich und teilweise sehr kunstvoll verziert“. Die Sammlung der Abtei umfasst 192 Behältnisse. Am Samstagabend wurden die Silber- und Porzellandosen gezeigt, die teilweise aus Mexiko und China stammen und aus besonderen Materialen bestehen. Am Ende des Abends stand das gesellige Beisammensein mit Freunden und Bekannten im Vordergrund.

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