Nachtbus-Kosten verdoppeln sich
RVM
Die Nachtbuslinie N11 soll vorerst aufrechterhalten werden, obwohl die Betriebskosten für die Gemeinde stark gestiegen sind.
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„Das macht ja fast zehn Euro pro Fahrgast“, hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Rudi Luster-Haggeney schnell im Kopf überschlagen. Dies, so betonte er, sei nicht mehr hinzunehmen. „Da müssen wir eine Alternative finden“, forderte er. Diese Alternativen führte Dezernent Elmar Ahlke den Anwesenden vor Augen. Mit etwas guten Willen seitens der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) wäre eventuell eine Kündigung direkt nach den Sommerferien möglich. Die vertragliche Kündigungsfrist belaufe sich auf sechs Monate. Die Konzessionsverlängerung, die im Juni 2018 beschlossen worden war, ende am 31. Dezember 2020. Was also tun? Alle Fraktionen waren sich schnell einig: Gerade im ländlichen Raum sei ein gutes ÖPNV-Angebot enorm wichtig – und dazu gehörten auch Mitfahrgelegenheiten in der Nacht. Doch muss das unbedingt in einem Bus sein? 4000 Menschen nutzen die Linie N11 im Jahresdurchschnitt. Schaut man genau hin, wird deutlich: Richtig voll wird es auf den Sitzen nur zur Herbstwoche in Lippstadt und an den Pütt-Tagen in Beckum. „Ich habe den Nachtbus zur Herbstwoche ebenfalls schon genutzt. Junge Leute saßen da so gut wie keine drin“, berichtete Luster-Haggeney von seinen Erfahrungen. Woran das liegt? „Vielleicht ist das Angebot nicht bekannt genug“, mutmaßte Anne Claßen, SPD. Oder die Jugendlichen organisierten sich anders. Dennoch: Gerade für sie solle der N11 vorerst unbedingt erhalten bleiben. Daher plädierten die Politiker auf Anraten des Bürgermeisters dafür, den Vertrag bis zum 31. Dezember 2020 zu erfüllen und in der Zwischenzeit intensiv an Alternativen zu arbeiten. Anrufsammeltaxi, Taxigutscheine für Fahranfänger, eine andere Taktung der Linie – alles gehöre auf den Prüfstand, forderten die Politiker die Verwaltung auf, kreative Ideen zu entwickeln.

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