Neuer Hingucker am Wadersloher Bahnhof
Bild: Braun
Am Wasserturm in Wadersloh ist am Samstag eine restaurierte Wasserabfüllanlage für Dampfloks aufgestellt worden. Dafür zeichneten (v. l.) Hans Rothfeld, Burkhard Schroer, Guido Bücker, Willi Molitor, Günther Scheck und Herbert Fortmann verantwortlich.
Bild: Braun

 „Wir haben die Anlage zu Beginn des Jahres aus Münster durch gute Kontakte erhalten“, erklärte Hans Rothfeld vom Heimatverein Wadersloh. Mit Hilfe eines Lkw der Gemeinde Wadersloh konnte die schwere Rohrkonstruktion in ihren Einzelteilen in eine Wadersloher Werkstatt gebracht werden.

 „Dort haben wir die Abfüllanlage Stück für Stück restauriert“, so Rothfeld weiter. Und am Samstag wurde die geschichtsträchtige Apparatur an den Bahnschienen vor dem Wasserturm aufgestellt. Für die Dauer der Arbeiten ruhte sogar der Schienenverkehr der Westfälischen Eisenbahn zwischen Beckum und Lippstadt. Dafür zeigten sich die Aktiven sehr dankbar.

Auf dem Gelände der Familie Schroer herrschte ab neun Uhr morgens reger Betrieb. Mit Bagger und vielen Helfern rückte die Truppe aus Mitgliedern des Heimatvereins und Mitarbeitern der Gemeinde an, um die Abfüllanlage auf das schon zuvor erstellte Fundament zu stellen. „Durch zwei private Spender konnten wir unsere Kosten vollständig decken. Dafür sind wir sehr dankbar“, betonte Hans Rothfeld. Er koordinierte die Arbeiten der mobilen Einsatzgruppe des Heimatvereins.

Der Wadersloher Wasserturm steht seit langem unter Denkmalschutz und ist vor einiger Zeit saniert worden. Er ist in der Region der einzige noch erhaltene Wasserturm der WLE. In früheren Zeiten wurde der Bahnhof in Wadersloh als Auftankstation für die kleinen Dampf-Lokomotiven genutzt. Denn in Richtungen Beckum und auch Richtung Lippstadt ging es stetig bergauf, und die Tanks der Loks sollten im besten Fall gut gefüllt sein.

„Wasser war damals wichtiger als Kohle für den Zugverkehr“, erklärte Herbert Fortmann, Vorsitzender des Heimatvereins Wadersloh. Der Tank des Turms war stets mit Wasser gefüllt. Wenn eine Lokomotive unter das Rohr an den Gleisen gefahren war, öffnete sich das Ventil und das Wasser floss aus dem Turm unterirdisch in die Anlage und von dort in den Körper der Dampflok.

„Wir sind sehr froh, nun wieder ein historisch anschauliches Bild an den Bahnanlagen präsentieren zu können“, stellte Hans Rothfeld heraus. Und Herbert Fortmann ergänzte: „Spätestens beim Kartoffelsonntag im nächsten Jahr kann ein breites Publikum die neue Anlage bewundern“.

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