Paschen-Investoren sind optimistisch
Bild: Husmann
An einem Strang zieht die Investorengruppe, die die Firma Paschen in die Zukunft führen möchte. Am Dienstagnachmittag stellten sich Friedhelm Chlosta (Mitglied im Beirat), Thomas Jungjohann (Investor/Beiratsmitglied), die Geschäftsführer und Investoren Christoph Feldmann, Klaus Kammermann und Niels Goldau (Prokurist) sowie Investor und Beiratsmitglied Frieder Löhrer erstmals der Öffentlichkeit vor.
Bild: Husmann

Am Dienstagnachmittag stellte sich die neue Führungsriege offiziell vor. Die Familie Paschen wird dabei künftig keine Rolle mehr spielen. Trotz mehrfacher Gespräche sei es nicht möglich gewesen, eine gemeinsame Lösung zu finden, betonte Frieder Löhrer.

Er wird mit Thomas Jungjohann zu gleichen Teilen den Hauptgesellschafteranteil (85 Prozent) halten. Je fünf Prozent verteilen sich auf die neue Geschäftsführung, bestehend aus den Mitarbeitern Christoph Feldkamp, Niels Goldau und Klaus Kammermann. Mitte des Monats soll die neue Paschen GmbH gegründet werden.

Firma besteht seit 132 Jahren

Bernd Schellenberg, der kurz vor dem Insolvenzantrag die Geschäftsführung von Jan Paschen übernommen hatte, ist nicht mehr an Bord. Jungjohann ließ durchblicken, dass man keinen gemeinsamen Nenner gefunden habe, sprach von „verschiedenen Phasen der Irritation für die Zusammenarbeit“. Schellenberg, so wurde deutlich, hat Friedhelm Chlosta jedoch den Hinweis auf Jungjohann als möglichen Investor gegeben. Chlosta war als Berater von der Familie Paschen engagiert worden.

Bereits beim ersten Gespräch sei ihm die lange Tafel zur Familienchronik im Konferenzraum der Firma aufgefallen, berichtete Jungjohann. Seit 132 Jahren sei Paschen bereits am Markt, seit 25 Jahren mit der Original-Paschen-Bibliothek. Das habe für ihn den Ausschlag gegeben, in den Standort zu investieren. Über die Höhe der Kaufsumme hüllten sich die Investoren in Schweigen, ließen aber durchblicken, dass sie höher sei als gedacht und noch getoppt werde durch die notwendige Investitionssumme, vor allem im technologischen Bereich.

Über den Tellerrand hinausschauen

Für die Zukunft sollen die Kernkompetenzen gestärkt werden. Die sehen die Investoren vor allem in der Original-Paschen-Bibliothek und in der Regalwand „Quantum“. Daneben sollen weitere strategische Geschäftsfelder entwickelt werden, die sich an den veränderten Lebensgewohnheiten orientieren. Man werde sich nicht mehr ausschließlich in einem Preis- und Geschmackssegment bewegen und auch über den Tellerrand hinausschauen, betonte Jungjohann.

Abbau von 40 Stellen ist geplant

Ohne Personaleinschnitte sei es nicht möglich, machten Jungjohann und Löhrer deutlich. 40 Stellen sollen abgebaut werden. Gestern Vormittag wurde die Belegschaft von Insolvenzverwalter Michael Mönig informiert. Bis Ende der Woche wird er Gespräche mit dem Betriebsrat und weiteren Beteiligten führen. Auch die Einrichtung einer Transfergesellschaft ist angedacht, die bis Ende Juni bestehen soll. Der Abbau der Arbeitsplätze soll sich nicht nur auf einen Bereich beschränken. Die Stimmung in der Belegschaft sei gedrückt, schließlich wisse noch niemand, wer betroffen sei, machte Christoph Feldmann deutlich. Mit seinen Kollegen Niels Goldau und Klaus Kammermann hofft er, dass die Firma Paschen wieder auf die Beine kommt.

SOCIAL BOOKMARKS