Piloten sehen ihr Hobby in Gefahr
Bild: Nienaber
Die Flugzeugenthusiasten Julian Lynen (13) und Elias Erlinger (10) (vorn v. l.) befürchten, dass sie mit ihren Modellen demnächst nicht mehr ohne schwerwiegende Einschränkungen den Himmel erobern können. Mit ihrer Sorge stehen sie nicht allein. Auch Karsten Urban, Günter van den Bongard, Ulrich Müller und Christian Ellermann (hinten v. l.) sehen Schlimmes auf die Modellfliegerei zukommen.
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Ihre Leidenschaft für die Fliegerei droht nun allerdings einen Absturz zu erleiden. Grund ist ein Gesetzesentwurf, der das Hobby der Technikbegeisterten in seiner Existenz bedroht. Lediglich ein Kopfschütteln haben Ulrich Müller, Günter van den Bongard, Christian Ellermann und Karsten Urban für die Pläne von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt übrig, die die Modellfliegerei nicht nur in Wadersloh und Umgebung, sondern in ganz Deutschland stark einschränken würden. Diese sehen eine maximale Flughöhe von 100 Metern für sämtliche ferngesteuerten Modelle vor – auch über speziell eingerichteten Modellflugplätzen.

Eingeführt werden soll die Höhenbeschränkung aus Gründen der Flugsicherheit. Diese werde immer häufiger durch zu hoch fliegende Drohnen – sogenannte Multikopter – gefährdet, ist sich das Berliner Ministerium sicher. Und weil die mittlerweile hoch entwickelten und im Trend liegenden Erwachsenenspielzeuge zu den Modellflugzeugen gezählt werden, muss gleich die ganze Szene darunter leiden. „Eine solche Reglementierung täte uns ganz schön weh“, unterstreicht Ulrich Müller, zweiter Vorsitzender des SMC Liesborn-Wadersloh. Sein Vorstandskollege Christian Ellermann aus Langenberg geht noch einen Schritt weiter: „Für alle motorlosen Fluggeräte würde dies der sichere Tod bedeuten“, betont er. Und so oder so werde das Hobby an Attraktivität verlieren, sollte man ferngesteuerten Nachbauten von Flugzeugen, Hubschraubern und Co. nicht mehr in vollem Umfang das Präsentieren von Kunststücken am Himmel erlauben. „Das hätte auch wirtschaftliche Konsequenzen für uns, schließlich sind die Flugtage eine bedeutende Einnahmequelle für den Verein“, erläutert Ellermann.

Die 120 Mitglieder des heimischen Vereins setzen sich zusammen mit bundesweit geschätzten 200 000 Hobbyfliegern dafür ein, das bisher als Entwurf vorliegende Gesetz doch noch zu kippen beziehungsweise aufzuweichen. Letzteres könnte laut Ulrich Müller zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass lediglich Wildfliegerei – also außerhalb von speziell gekennzeichneten Plätzen – stärker reglementiert wird. „Auch für uns hat ein geordneter Drohnenbetrieb oberste Prämisse“, unterstreicht der Hobby-Pilot.

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