Ruprecht Polenz erklärt das Haus Europa
Bild: Grünebaum
„Welches Europa wollen wir?“ Antworten auf diese Frage fand Referent Ruprecht Polenz im Wadersloher Rathaus. Er referierte beim Studienforum der Volkshochschule Beckum-Wadersloh.
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Wenn es um das Thema „Europa“ geht, gehört Polenz zu den unumstrittenen Experten. Nicht nur, dass er bis 2013 und damit 19 Jahre im Deutschen Bundestag gearbeitet hat. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses waren die Außen- und Sicherheitspolitik seine Schwerpunkte. Und heute ist er nicht zuletzt Präsident der Gesellschaft für Osteuropakunde. „Welches Europa wollen wir?“. Antworten auf diese Frage erarbeitet der Münsteraner mit interessierten, gut vorbereiteten Bürgern im Studienforum. Fest stehe für ihn, dass der außenpolitische Einfluss Deutschlands durch die Europäische Union gehebelt werde. Das Konzept ermögliche es, deutsche Interessen durchzusetzen. Alles vor dem Hintergrund der Friedensordnung Europas. Diese gehöre zu den Grundideen, die er in Vorträgen vermitteln wolle.

Dass die weltweiten Krisenherde mit Einfluss auf Europa nicht spurlos an den Bürgern vorbeigehen, wird in der Diskussion deutlich. Als da wäre die Flüchtlingsdebatte, die brisante Frage, ob die Türkei der Europäischen Union beitreten solle, oder die Krim-Krise. Russlands Vorgehen dürfe nicht folgenlos bleiben, betont Polenz. Die EU müsse geschlossen auftreten – und dennoch mit Russland zusammenarbeiten, wenn es gehe, wie zum Beispiel bei der Lösung der Konflikte im Iran, in Syrien oder in Afghanistan.

Dass es oftmals schwierig ist, dem Bürger die tägliche politische Arbeit und die Entscheidungen des Europäischen Parlamentes verständlich zu machen, weiß Polenz aus Erfahrung. „Gerade um die Entfernung zwischen Brüssel und dem Bürger zu verringern, halte ich solche Vorträge wie in Wadersloh“, betont er. Überzeugt davon, dass es sich lohnt, in das europäische Haus zu investieren und – wenn nötig – Reparaturen vorzunehmen.

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