Russischer Chor begeistert Zuhörer
Bild: Borisovets
In die Welt der russischen Kirchenmusik entführte am Mittwochabend der Rossika-Chor aus St. Petersburg in Wadersloh. Nach der Konzertpause kam auch der Kammerchor von St. Margareta zum Einsatz.
Bild: Borisovets

 Für Franz Kiesl, Vorsitzender des Forum Russische Kultur in Gütersloh, war die Aufführung des Kammerchors der Philharmonie der russischen Zarenstadt mehr als ein Konzert: „Mir liegt sehr viel daran, dass die Deutschen die Russen besser kennenlernen“, sagte der 79-Jährige, der sich seit mehr als 20 Jahren für die deutsch-russische Freundschaft einsetzt. „Und das geht am besten über die Musik.“

Kiesl sollte Recht behalten: Kaum hatte der staatliche Chor unter der Leitung von Dr. Valentina Kopylova-Pantchenko die ersten Töne des Kiew-Gesangs als Loblied auf die russischen Heiligen angestimmt, da fühlten sich die gut 250 Besucher in die Zeit von mystischen Mönchsgesängen und zeitgenössischer Kultur versetzt. Der Gesang der sechs Frauen und sechs Männer verschmolz mit der speziellen Akustik des Wadersloher Gotteshauses zu einer gekonnten Komposition.

In perfekter Stimmlage füllten die preisgekrönten Rossika-Sänger die Werke der Meister-Komponisten Stepan Sorokin („Troparion auf Mariä Geburt“), Georgy Sviridov („Troparion auf Weihnachten“), Peter Iljitsch Tschaikowski („Es ist würdig und recht“), Sergej Rachmaninow („Dir singen wir“), Alexander Archangelski („Öffne mir die Türen der Barmherzigkeit“) und Tkatschenko („An Deine Gnade wenden wir uns“) mit Leben. Die ausgewählten Stücke zeigten die gesamte Bandbreite der geistlichen Musik der Zeit des 19. bis 21. Jahrhunderts in Russland.

„Der Chor kommt immer kurz vor der Adventszeit zu einer Konzertreise nach Deutschland. Ich habe mich sehr gefreut, dass der Chor auch bei uns Station macht“, schwärmte die Wadersloher Kantorin Dr. Elena Borisovets, die selbst aus St. Petersburg stammt. „Ich kenne viele der Sänger persönlich.“

Nach der Pause kam der Kammerchor von St. Margareta unter der Leitung von Dr. Elena Borisovets zu einer besonderen Ehre: Sie brachten zusammen mit den russischen Gästen die Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy („Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“) und Sergei Rachmaninow („Gottesgebärerin, heilige Jungfrau, freu dich!“) zu Gehör.

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