Saftmobil in Liesborn im Dauereinsatz
Marie-Luise Thomas (v. l.) besorgte die Verpackung des Safts. Alfons und Franz Lausch aus Liesborn hatten ihre Äpfel am Wegesrand geerntet.

Von 8 Uhr am Morgen bis um 20 Uhr am Abend war die Presse pausenlos im Einsatz, berichtete Organisatorin Petra Loddenkemper. Marie-Luise Thomas übernahm das Abfüllen der Getränke. Beispielsweise kamen Hermann und Maria Weitkemper aus Bad Waldliesborn nach Liesborn. Schon im vorigen Jahr hatten sie aus ihren Birnenquitten Saft pressen lassen.

Das Ergebnis sei einfach köstlich gewesen, berichtete das Ehepaar. Die diesjährige Quittenernte wurde mit leckeren Birnen zu Saft verarbeitet. Eine andere Familie ließ die eigenen Weintrauben sortenrein verarbeiten. Alfons und Franz Lausch aus Liesborn hatten im heimischen Garten und am Wegesrand beispielsweise Boskop, Grafensteiner und rote Sternrenetten geerntet. Für einen schmackhaften Apfelsaft wird empfohlen, verschiedene Sorten zu mischen.

Auf dem Weg in den Schredder durchlief das Obst zunächst die Waschanlage. Mit Hilfe eines Schlauches gelangte die Maische auf die Presstücher. Der volle Stapel fasste etwa 100 Kilogramm. Unter dem Druck von 40 Tonnen rann der Saft in einen Auffangbehälter. Die anschließende Pasteurisierung bei einer Temperatur von 80 Grad bewirkt, dass der Saft eine gewisse Zeit haltbar ist. Sie gilt als schonendstes Verfahren, Enzyme im Saft unwirksam zu machen, so dass Farbe, Aromen und Vitamine weitgehend erhalten bleiben und dennoch keine alkoholische Gärung einsetzt.

Überwiegend wurde der Saft in Fünf-Liter-Gebinde, gelegentlich auch in Zehn-Liter-Gefäße abgefüllt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Saft von Streuobstwiesen in ungeöffnetem Zustand zwei Jahre, von Plantagen ein Jahr und nach Anbruch zwei Monate haltbar ist. Außer bei Quitten und Trauben sollten immer 30 bis 40 Prozent Äpfel mit verarbeitet werden.

Neben dem Saft ist aber auch die gewonnene Trockensubstanz, der Trester, wertvoll. Er findet als Dünger und Tierfutter Verwendung.

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