Schachteln erinnern an fremde Länder
Bild: Husmann
Geschätzte 800 Streichholzschachteln hat der Wadersloher Hans Rothfeld auf seinen vielen Geschäftsreisen für die Firma Westfalia Separator gesammelt. Heute sind es Erinnerungen im Mini-Format.
Bild: Husmann

48 Jahre hat er bei Westfalia Separator gearbeitet, davon 30 Jahre als Leiter der technischen Auftragsentwicklung und Qualitätsmanager. Weltweit war Rothfeld für die Oelder Firma unterwegs. Die Streichholzschachteln erinnern ihn heute an fremde Länder, kulturelle Unterschiede, an Gastfreundschaft und wichtige Geschäftsabschlüsse. „Nach und nach wurde es eine Sammelleidenschaft“, blickt Rothfeld heute zurück. Vor ihm auf dem Tisch quillt ein Karton mit Streichholzschachteln über –er schätzt seine Sammlung auf etwa 800 Exemplare.

Auch bei Restaurantbesuchen mit Geschäftspartner wanderte immer ein Schächtelchen in die Tasche. Jetzt sind aus den Mitbringseln kleine Erinnerungsstücke geworden. Sie rufen Hans Rothfeld so manche Anekdote aus einem abwechslungsreichen Berufsleben in Erinnerung. Wie zum Beispiel den Sonntagnachmittag in der Lobby eines Hotels in Shanghai. Draußen war es bei hoher Luftfeuchtigkeit drückend heiß. Die chinesischen Geschäftsfreunde fragten den Wadersloher, ob der Pianomann nicht einen „German Countrysong“ spielten sollte. Als dann „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklang, war der Gast aus Deutschland nicht minder erstaunt, gleichzeitig aber auch angetan von dieser freundliche Geste.

Mit der Mentalität seiner Geschäftspartner habe er sich vorher immer genau beschäftigt, erinner sich Rothfeld. Zuhören, überlegen und erst dann antworten sei seine Devise gewesen. Menschenkenntnis habe manches Mal mehr Bedeutung gehabt als das reine Fachwissen. Vor allem in Fernost sei es wichtig gewesen, den Geschäftspartner zu respektieren und auf gar keinen Fall bloßzustellen. „Das Gesicht zu verlieren, ist für Asiaten das Schlimmste“, sagt Rothfeld. Auf berufliche Hierarchien würde Wert gelegt, eine Visitenkarte nicht einfach zugesteckt, sondern formvollendet überreicht. Aller Vorurteile zum Trotz hat der Wadersloher vor allem die chinesische Küche in guter Erinnerung. Es habe zwar nicht immer gewusst, von welchem Tier das Fleisch auf dem Teller stamme, „aber geschmeckt hat es immer“. Manchmal drei bis vier Mal im Monat war er beruflich in Ausland unterwegs, unter anderem in Frankreich, Finnland, Italien, USA, Indien, Korea, China und Japan.

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