Schüler setzen Zeichen gegen Rechts
Bild: Grünebaum
Voller Einsatz gegen Rechtsextremismus: Die beiden Schülerinnen Magdalena und Inga vom Gymnasium Johanneum in Wadersloh zeigen, wie sie Aufkleber (so genannte Spuckies) an Schildern entfernen wollen.
Bild: Grünebaum

Nach einem Aktionstag für Zivilcourage und Demokratie gegen Rechtsextremismus an der Realschule nehmen die Schüler eine wichtige Lehre mit nach Hause: Rechtsextremisten erkennt man daran, was sie im Kopf haben.
Die Neuntklässler der weiterführenden Schulen in Wadersloh, des Gymnasiums Johanneum, der Konrad-Adenauer-Hauptschule, und der Geschwister-Scholl-Realschule hören am Jahrestag der Kapitulation einen ungewöhnlichen, erschreckenden und zugleich lehrreichen Vortrag. Der Referent, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat einst eine rechte Gruppierung unterwandert, sich dieser also „Undercover“ angeschlossen, um sich mit rechtsextremistischen Neigungen auseinander zu setzen. Nach seiner Enttarnung musste er sich – wie er drastisch und direkt berichtete – Angriffen und Morddrohungen stellen.

Auf Einladung des Jugendtreffs um Leiterin Anja Carré rüttelt der Referent mit seinen erschreckenden Erlebnissen wach und gewährt einen Einblick in die rechte Szene, der zum Nachdenken bringt. Seit vielen Jahren arbeitet er mit Aussteigern zusammen. Erkennungsmerkmale, Symbole und Codes kennt er aus dem eff eff, genauso die Gefahren, denen gerade Jugendliche täglich begegnen können. Und das fängt gleich vor der eigenen Haustür an: Die Schüler machen sich nach dem Vortrag auf, um „Spuckies“ zu entfernen. Darunter versteht man Aufkleber, die rechtsextreme Botschaften verbreiten. Mit Lösungsmittel und Kratzern machen sich die Gruppen auf die Suche. Das Material stellt die Gemeinde Wadersloh zur Verfügung.

Unterstützt werden die Teilnehmer von einer Gruppe des Kernbereichsmanagements, die sich für ein gepflegtes Erscheinungsbild einsetzt. „Wir wollen aufklären und mit Vorurteilen aufräumen“, betont Anja Carré. Wichtig sei, sich vor rechtsextremistischem Gedankengut zu schützen. Denn wer weiß, was in der nächsten Facebook-Meldung steht?

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