Schulessen: Zuschuss soll gekürzt werden
Bild: Sekundarschule Wadersloh
Mit einem Euro pro Mittagessen beteiligt sich die Gemeinde an dem Betrag, den Eltern für die Verpflegung an Schulen und in Kindergärten bezahlen müssen. Jetzt ist eine Halbierung geplant. Das Bild zeigt Schüler der Sekundarschule bei der Essensausgabe mit Petra Schalk.
Bild: Sekundarschule Wadersloh

Wesentlicher Streitpunkt war der Plan, den Zuschuss zum Elternbeitrag für das Mittagessen an den Schulen und Kindergärten der Gemeinde Wadersloh zu halbieren. Bereits im Schulausschuss in der vergangenen Woche war kontrovers diskutiert worden. Die CDU-Ratsfraktion hatte den Antrag gestellt, den Zuschuss von einem Euro pro Mittagessen auf 50 Cent zu reduzieren. Die Angelegenheit war danach zur Beratung in den Hauptausschuss verwiesen worden.

Worum geht es genau? Die Verwaltung musste die Mittagsverpflegung an den Schulen neu ausschreiben. Wenn der mindestbietende Caterer den Zuschlag erhält und es bei einem Euro pro Essen bliebe, müsste der pauschale Elternbeitrag von 24 auf 30 Euro angehoben werden, wenn das Kind fünf Mahlzeiten in der Woche in der Mensa einnimmt. Bei einer geplanten Reduzierung auf 50 Cent wäre der Elternbeitrag auf monatlich 38,33 Euro anzuheben. Damit der Betrag individuell angepasst werden kann und durch fünf teilbar ist, wenn das Kind nur ein, zwei oder drei Mal in der Schule isst, wurde zunächst auf 37,50 Euro abgerundet. Ohne Zuschuss der Gemeinde müssten die Eltern 47,50 Euro pro Monat als Höchstsatz zahlen. Man sei seines Wissen nach die einzige Gemeinde im Kreisgebiet, die sich einen solchen Zuschuss noch leiste, betonte Bürgermeister Christian Thegelkamp.

Der gemeindliche Zuschuss sei zwar ein Alleinstellungsmerkmal, das man erhalten wolle, aber eine solche freiwillige Leistung könne in diesem Umfang nicht mehr geboten werden, argumentierte Rudolf Luster-Haggeney, Fraktionsvorsitzender der CDU. 100 000 Euro im Jahr gebe die Gemeinde Wadersloh dafür aus, die Tendenz sei steigend. Nach Meinung der CDU bringt eine Staffelung nach Einkommen nur erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich. Untere Lohngruppen würden über das Bildungs- und Teilhabepaket entlastet.

Heino Teckentrup erklärte für die FWG, dass man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Die Halbierung sei immer noch sozial genug. Hätte es an anderer Stelle Zuschüsse gegeben, müsste man nicht diskutieren.

Marx: „Das ist nicht sozial“

„Das ist nicht sozial“, richtete Bernd Marx seinen Protest in Richtung CDU. Mit der geplanten Erhöhung würden Familien abgestraft, die mehrere Kinder hätten. Sparen ja, aber an der richtigen Stelle machte Marx seiner Verärgerung Luft. Für Wirtschaftswege, Buswerbung und Beschilderungen stehe Geld zur Verfügung. In Vorgesprächen mit der CDU sei der Vorschlage der SPD, eine Absenkung auf 75 Cent vorzunehmen, nicht angenommen worden, betonte Marx.

Auch Jens Gregor sprach sich für die FDP gegen die Halbierung aus. „Wir leisten uns auch anderes“, schlug er in dieselbe Kerbe wie Bernd Marx. Gemeinsam mit den zwei Vertretern der SPD stimmte Gregor gegen den Beschlussvorschlag, der in der Sitzung erarbeitet wurden und vom Rat final beschlossen wird.

Danach soll der Vertrag mit dem neuen Caterer ab dem 1. Februar gelten. Um den Beitrag für eine längere Zeit konstant zu halten, schlug Elmar Ahlke für die Verwaltung vor, den Höchstsatz auf 40 Euro festzulegen. Dass der Beitrag im laufenden Schul- und Kindergartenjahr erhöht werden kann, darüber sei bei den Anmeldungen informiert worden.

SOCIAL BOOKMARKS