So brummt das Geschäft in Wadersloh
Bild: Himmel
Sie hatten zur Veranstaltung im Wadersloher Ratssaal eingeladen: (v. l.) Silvia Voß (Wadersloh Marketing), Jens von Lengerke (IHK Nord Westfalen), Birgitt Stolz (Wirtschaftsförderin), Referent Elmar Fedderke, Ida Knecht (Vorsitzende des Gewerbevereins) und Bürgermeister Christian Thegelkamp.
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Aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung und der stärkeren Vernetzung von Märkten, Produkten und Technologien sind kreative Lösungen gefragt, um im Wettbewerb, auch im Internet, erfolgreich zu bestehen, sagte Bürgermeister Christian Thegelkamp am Dienstagabend. Er begrüßte Gäste aus Politik, Handwerk und Dienstleistungsunternehmen im Ratssaal.

Um schlagkräftig handeln zu können, haben sich die Wadersloher Gewerbevereine schon zu einem einzigen zusammengeschlossen. Nun hatte die Gemeinde Wadersloh mit der Industrie- und Handelskammer sowie dem Gewerbeverein zu einem Vortragsabend unter dem Motto „Wadersloh im Wettbewerb – Kunden gewinnen und binden“ eingeladen. Referent des Abends war Handelsexperte Elmar Fedderke. Der ging während seiner Ausführungen auf humorvolle, aber dennoch schonungslose Weise auf das Thema ein. Anhand von Beispielen belegte der Geschäftsführer eines familiengeführten Filialunternehmens im Einzelhandel mit Sitz in Düsseldorf, was Kunden dazu bewegt, sich auch nach Jahren von „ihrem“ Bäcker zu distanzieren und die Ware woanders zu kaufen. Eine Meinungsumfrage bei den Kunden sei dienlich, um Gründe zu erfahren.

Dass ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft vorhanden sein müsse, um die eigene Situation zu ändern, wurde ebenso deutlich wie die Profilierungsmöglichkeit über die Qualität der Ware und den Service. Dass sich der Internethandel hauptsächlich über den Preis definiere, jedoch Preise keine Kunden binden würden, führte Fedderke mit Blick auf den in Deutschland ausgeprägten Preis- und Rabattwahn vor Augen. Für ihn steht bei der Kundenbindung der „Faktor Mensch“ im Mittelpunkt. Untersuchungen zufolge würden langjährige Kunden „ihren“ Händler vor allem wegen Unfreundlichkeit, Inkompetenz, Arroganz und lange Wartezeiten wechseln. Der Preis spiele seltener eine Rolle.

„Sich immer wieder in Frage stellen.“

Deswegen sei es wichtig, sich selbst und sein Umfeld immer wieder in Frage zu stellen. Erst wenn der Kunde denke: „Der Preis war immer ganz o.k., aber die Qualität der Problemlösung, die war wirklich top“, beginne Kundenbindung, erklärte der Referent. Beispiele, wo diese Rezepte in Wadersloh schon greifen, führte im Anschluss die Vorsitzende des Gewerbevereins, Ida Knecht an. Manchmal tut es eben schon eine Tasse Kaffee, um einen Kunden dazu zu bewegen, auch morgen wieder zu kommen.

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